Manuel Akanji: «In gewissen Momenten macht mich Haaland immer noch sprachlos»

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Manuel Akanji«In gewissen Momenten macht mich Haaland immer noch sprachlos»

Manuel Akanji ist bei Manchester City gut gestartet. Der Nati traut er an der WM viel zu. 20 Minuten hat mit dem Innenverteidiger gesprochen.

von
Lucas Werder
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 Am letzten Tag des Transferfensters wechselte Manuel Akanji zu Manchester City. 

Am letzten Tag des Transferfensters wechselte Manuel Akanji zu Manchester City. 

IMAGO/PA Images
Zu seinen Teamkollegen hat der Nati-Star bereits einen guten Draht.

Zu seinen Teamkollegen hat der Nati-Star bereits einen guten Draht.

Getty Images
Obwohl der Winterthurer schon seit zwei Jahren mit Haaland zusammenspielt, macht der Norweger ihn immer wieder sprachlos. 

Obwohl der Winterthurer schon seit zwei Jahren mit Haaland zusammenspielt, macht der Norweger ihn immer wieder sprachlos. 

REUTERS

Darum gehts

  • Manuel Akanji wechselte unlängst von Borussia Dortmund zu Manchester City.

  • Auf der Insel ist der Innenverteidiger gut angekommen.

  • 20 Minuten hat den Winterthurer beim Nati-Zusammenzug in Bad Ragaz getroffen.

Manuel Akanji, von der Dortmunder Tribüne in die Startelf von Manchester City – wie turbulent waren die letzten Tage vor Ihrem Wechsel?

Ich war vier Tage vor Transferschluss noch in Dortmund und hab mir im TV die Spiele der Bundesliga und der Premier League angeschaut. Dann kam der Kontakt mit Manchester City zustande. Von da an ging alles ziemlich schnell.

Kurz nach der Unterschrift folgte gleich der nächste wichtige Termin, oder?

Ja, ich bin direkt am nächsten Tag für die Geburt meines Sohnes bereits wieder zurück in die Schweiz geflogen. Nach zwei Tagen ging es erneut nach England. Da habe ich am Montag erstmals mit der Mannschaft trainiert. Anschliessend ging es direkt weiter nach Sevilla, wo ich in der Champions League mein Debüt geben durfte. 

Von Ihrem Heimatort Wiesendangen zu einem der grössten Clubs der Welt – müssen Sie sich manchmal kneifen?

Kneifen nicht, aber es ist natürlich schon ein riesiger Schritt, wenn man bedenkt, wo ich herkomme. Ich bin sehr stolz darauf und dankbar für die Unterstützung durch meine Familie und meine Freunde.

Sie sind ein Spieler mit sehr viel Selbstbewusstsein. Hatten Sie trotzdem auch Respekt vor diesem Wechsel?

Wir haben sehr viele gute Spieler. Ich weiss darum, dass es nicht einfach wird. Ich erwarte auch nicht, dass ich jedes Spiel 90 Minuten durchspiele. Ich möchte es dem Trainer aber möglichst schwer machen.

Sie haben immer gesagt, Sie würden gerne eine neue Herausforderung angehen. Waren Sie erleichtert, dass es so kurz vor Transferschluss doch noch geklappt hat?

Ich habe nie gesagt, dass ich unbedingt wechseln will. Ich habe gesagt, ich würde gerne den nächsten Schritt gehen, wenn es möglich ist. Das wurde oft falsch interpretiert.

Hatten Sie nie das Gefühl, sich verpokert zu haben?

Nein, das hatte ich nie.

In Dortmund haben Sie vor ihrem Wechsel keine Rolle mehr gespielt. Wie beurteilen Sie den Umgang mit Ihnen?

Ich möchte nicht mehr allzu viel darüber reden. Es gibt auch einige Dinge, die nicht an die Öffentlichkeit müssen. Es ist ein Kapitel, dass ich nun gerne hinter mir lassen möchte.

Hätte der Wechsel nicht geklappt, hätten Sie Dortmund noch eine Zukunft gehabt?

Das müssen Sie die Verantwortlichen fragen. Hab weiterhin Gas gegeben im Training. Ich denke, dass sich am Ende die Qualität immer durchsetzt.

Wie oft wird Akanji bei ManCity spielen?

Welche Qualitäten haben Sie denn?

Ich glaube, ich bin schnell, physisch stark und habe einen guten Spielaufbau. Ein guter Freund hat mir letztens gesagt, dass er meine Spielantizipation als meine grösste Stärke sieht.

Sind das diese Qualitäten, die Ihr Trainer Pep Guardiola von Ihnen sehen will?

Unter anderem, ja.

Was denn noch?

Das bleibt zwischen uns beiden. (lacht)

Pep Guardiola hat Sie nach Ihren ersten Einsätzen öffentlich gelobt. Tut das besonders gut?

Mir ist viel wichtiger, was er mir persönlich sagt. Das gibt mir schon zusätzliches Selbstvertrauen. Er sieht wirklich alles auf dem Platz, schaut aber auch, wie sich die Spieler daneben verhalten. 

Haben Sie mit einem Ihrer neuen Teamkollegen bereits ein besonderes Verhältnis?

Am Anfang habe ich mich viel mit Erling Haaland unterhalten, weil wir uns ja schon gut kennen. Aber ich versuche eigentlich alle Spieler besser kennenzulernen. Mit Nathan Aké, Jack Grealish oder Ruben Dias hatte ich schon etwas längere Gespräche.

Sie sprechen Erling Haaland an. Unglaublich, was er gerade zeigt, oder?

In jedem Interview muss ich zwei bis drei Fragen über ihn beantworten. (lacht) Sie sehen ja selbst, wie viele Tore er bereits erzielt hat.

Staunen Sie selber noch, wenn er solche spektakulären Tore, wie im Champions-League-Spiel gegen Dortmund erzielt?

Ich habe in den zweieinhalb Jahren mit ihm schon so viel gesehen, da überrascht mich nicht mehr viel. Aber in gewissen Momenten bin auch ich sprachlos.

Das Tor von Haaland gegen seinen Ex-Club macht nicht nur Fans sprachlos.

Kommen wir noch kurz auf die Nati zu sprechen. Sie sind ein Spieler, der sich auch mit Themen abseits des Platzes beschäftigt. Wie stehen Sie zur WM in Katar?

Das ist natürlich kein einfaches Thema. Die Nationalmannschaft unternimmt ja gewisse Dinge gegen Sachen, die in diesem Land passieren. Ich bin am Ende aber Mannschaftssportler und meine Aufgabe ist es, für die Schweiz Fussball zu spielen.

Ich habe gelesen, dass Ihre Familie nicht nach Katar reisen wird.

Ich habe mit meiner Familie Gespräche geführt. Sie hätten mich gerne an einem so grossen Turnier unterstützt. So, wie die Situation in Katar aktuell aber ist, wollen sie das aber nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Das respektiere ich natürlich.

Eine sportliche Frage zum Abschluss: Was trauen Sie der Nati an der WM zu?

Vieles. Ob es wieder das Viertelfinal wird, kann ich nicht sagen. Aber ich glaube, wir sind zu vielem fähig.

Das Interview mit Manuel Akanji wurde im Rahmen einer Medienrunde in Bad Ragaz aufgezeichnet.

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