Protest gegen Sparprogramm: In Griechenland arbeitet bald keiner mehr
Aktualisiert

Protest gegen SparprogrammIn Griechenland arbeitet bald keiner mehr

Die massiven Streiks gegen den Sparkurs der griechischen Regierung legen zunehmend das öffentliche Leben lahm. Bald geht in Athen gar nichts mehr.

Bleiben im Hafen - wegen des Streiks gegen das Sparprogramm der Regierung bleiben auch die Fähren im Hafen.

Bleiben im Hafen - wegen des Streiks gegen das Sparprogramm der Regierung bleiben auch die Fähren im Hafen.

Am Dienstag schlossen sich Bahnmitarbeiter und Journalisten den Protesten der Müllabfuhr, des Fährpersonals und der Steuer- und Zollbeamten an und legten ihre Arbeit nieder. Die Fährverbindungen fielen den zweiten Tag in Folge aus, und auf den Trottoirs türmte sich der Müll. Die Müllabfuhr ist bereits seit 17 Tagen im Ausstand.

Staatsbedienstete blockierten die Eingänge zum Finanz- und zum Arbeitsministerium. Auch die Anwälte schlossen sich dem Ausstand an. Die Gewerkschaften haben zu einem 48-stündigen Generalstreik aufgerufen, der am Donnerstag seinen Höhepunkt finden soll: Dann stimmt das Parlament über weiter Renten- und Gehaltskürzungen von Beamten ab.

Am Mittwoch und Donnerstag wollen Lehrer, Ärzte, Taxifahrer und Bankangestellte ihre Arbeit niederlegen ebenso wie die Fluglotsen, deren Ausstand den Luftverkehr für zwei Tage zum Erliegen bringen wird. Die Gewerkschaften haben auch zu mehreren Kundgebungen und Protestmärschen im Regierungsviertel von Athen aufgerufen. Bei einer ähnlichen Streikaktion im Juni war es bei Massenprotesten zu Strassenkämpfen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Auktion von Staatsanleihen

Das neue Sparpaket sieht weitere drastische Einschnitte im öffentlichen Dienst vor, darunter die Suspendierung von 30 000 Beamten bis zum Jahresende bei eingeschränkter Lohnfortzahlung. Zudem enthält das Programm weitere Lohnkürzungen im Umfang von 2,8 Milliarden Euro im öffentlichen Sektor.

Angesichts eines drohenden Staatsbankrotts will die Regierung in Athen die drastischen Sparmassnahmen umsetzen, um die nächste Tranche des Rettungspakets im Umfang von 110 Milliarden Euro zu erhalten. Die erneuten Einschnitte gehen mit Steuererhöhungen einher.

Am Dienstag brachte Griechenland erfolgreich dreimonatige Staatsanleihen im Umfang von 1,62 Milliarden Euro auf den Markt. Die Regierung musste den Anlegern dafür etwas höhere Zinsen bieten als noch im Vormonat (4,61 Prozent statt 4,56 Prozent). Die Nachfrage nach den Papieren fiel etwas kräftiger aus als noch im September: Die Anleihen waren 2,86-fach überzeichnet. (dapd)

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