10.08.2017 19:36

Bedenkliche HäufungIn Grönland wüten die Torfbrände

Im Westen der weltgrössten Insel sind mehrere Brände ausgebrochen. Experten vermuten zunehmende Trockenheit und hohe Temperaturen als Ursache.

von
jcg
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In Grönland ist es in den letzten Tagen zu einer Häufung von Bränden gekommen (bearbeitete Aufnahme des  Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-2B der ESA vom 8. August).

In Grönland ist es in den letzten Tagen zu einer Häufung von Bränden gekommen (bearbeitete Aufnahme des Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-2B der ESA vom 8. August).

ESA/Pierre Markuse/Flickr/CC BY 2.0
Erstmals wurden die Feuer auf Satellitenaufnahmen vom 31. Juli entdeckt (zwei rote Punkte in der Bildmitte).

Erstmals wurden die Feuer auf Satellitenaufnahmen vom 31. Juli entdeckt (zwei rote Punkte in der Bildmitte).

Nasa/MODIS
Am 3. August lieferte Landsat 8 dann ein detaillierteres Bild.

Am 3. August lieferte Landsat 8 dann ein detaillierteres Bild.

Nasa/Landsat

Grönland ist zu 80 Prozent von bis zu drei Kilometer dickem Eis bedeckt. Flächenbrände waren dort in der Vergangenheit entsprechend selten. In den letzten Tagen ist es aber zu einer beunruhigenden Häufung der Brandherde gekommen. Erstmals registrierten Satelliten am 31. Juli Rauch und Flammen nordöstlich der Ortschaft Sisimiut, wie die Nasa schreibt.

Experten vermuten, dass zumindest ein Teil der Brände nicht von Büschen oder Moos, sondern von Torf genährt werden. Torf ist normalerweise feucht und brennt so nicht. Steigende Temperaturen sowie ein seit längerem beobachteter Rückgang des Oberflächenwassers könnten ihn aber ausgetrocknet und damit leicht entflammbar gemacht haben.

Energiereicher Brennstoff

Jessica McCarty von der Universität Miami sagte der BBC: «Wenn ein Feuer auf diese Weise schwelt, dann deshalb, weil es am Boden viel Nahrung in Form von organischem Kohlenstoff findet. Ich vermute, dass es Torf ist.» Der energiereiche Brennstoff im Boden dürfte erklären, warum sich die Brandherde im Gegensatz zu einem Waldbrand kaum bewegen.

McCarty vermutet, dass der schmelzende Permafrost zum aktuellen Ausbruch der Brände geführt hat. Sie kann sich vorstellen, dass der Klimawandel zur brenzligen Situation beigetragen hat, will es aber mangels handfester Beweise nicht definitiv sagen.

Gefahr für Rentiere

Torffeuer sind ein Problem, weil dabei grosse Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt werden. Im Fall von Grönland könnte es zudem das Abschmelzen des Eisschildes beschleunigen. Dies, weil die Asche das Eis verdunkeln könnte, wodurch es mehr Sonnenlicht und damit Wärme absorbieren könnte.

Derweil hat die Polizei Wanderer und Touristen aufgefordert, die Region zu meiden, da der dichte Rauch eine Gefahr darstellt. Es wird zudem befürchtet, dass Weideland der Rentiere Schaden nehmen könnte.

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