Billie Eilish und Halsey – In ihrer Musik verarbeiten sie Pornokonsum und das verfälschte Frauenbild
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Billie Eilish und Halsey In ihrer Musik verarbeiten sie Pornokonsum und das verfälschte Frauenbild

Die Musikerinnen verarbeiten in ihren neuen Songs Pornografie, die nur Männer befriedigt, und versuchen, das Rollenbild von Frauen aufzuzeigen und gesellschaftlich aufzubrechen.

von
Melanie Biedermann
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Das Albumcover ihres aktuellen Albums sollte dessen Thema spiegeln: die Frau als «Heilige und Hure», wie sie selbst sagt. Und Halsey, die im Sommer 2021 Mutter wurde, fragt sich: Wie geht das zusammen?

Das Albumcover ihres aktuellen Albums sollte dessen Thema spiegeln: die Frau als «Heilige und Hure», wie sie selbst sagt. Und Halsey, die im Sommer 2021 Mutter wurde, fragt sich: Wie geht das zusammen?

Die Popsängerin thematisiert mit ihrer Musik (und auf den Socials) auch ganz alltägliche Kontroversen, die sich aus diesem Spannungsfeld ergeben. 

Die Popsängerin thematisiert mit ihrer Musik (und auf den Socials) auch ganz alltägliche Kontroversen, die sich aus diesem Spannungsfeld ergeben.

Instagram / iamhalsey
Am Montag, 3. Januar, veröffentlichte sie die Single «People Disappear Here» als Teil der Extended Version desselben Albums («If I Can’t Have Love, I Want Power») erstmals digital. Dort gehts um einen anderen Aspekt des Frauseins.

Am Montag, 3. Januar, veröffentlichte sie die Single «People Disappear Here» als Teil der Extended Version desselben Albums («If I Can’t Have Love, I Want Power») erstmals digital. Dort gehts um einen anderen Aspekt des Frauseins.

Instagram / iamhalsey

Darum gehts

  • «Brand New» ist die 20-Minuten-Radio-Rubrik für neue Musik.

  • Mit Halsey und Billie Eilish veröffentlichten in den letzten Wochen zwei der grössten Popstars neue Singles.

  • Sie zeigen sich darin gesellschaftskritisch.

  • Worum es den zwei Frauen in ihrer Musik geht, erklären wir dir hier.

Halsey: «People Disappear Here»

Der Song: «People Disappear Here» ist bereits am 29. August auf dem Album «If I Can’t Have Love , I Want Power» erschienen. Bedingt allerdings, denn auf dem Original-Release war der Song nur als Bonus-Track auf den physischen Tonträgern zu hören. Seit Montag, 3. Januar, ist die Extended Version auch digital verfügbar, inklusive «People Disappear Here».

Darum gehts: Eine junge Frau geht eine dunkle Gasse entlang. Halsey singt: «Hoping when the morning comes
she's not another hit-and-run»; man kann also nur hoffen, dass sie nicht als Opfer aus der Dunkelheit zurückkehrt.

So ordnen wir es ein: «‹People Disappear Here› ist ein sphärischer Song mit einem entmutigenden Titel», meint 20-Minuten-Radio-Moderator Moe. «Aber ich glaube, genau darum ging es Halsey auch mit ihrem Album.»

Die Künstlerin selbst erklärte «If I Can’t Have Love, I Want Power» damals als Konzeptalbum, das sich mit «den Freuden wie dem Horror des Kinderkriegens» und der Dichotomie von «Heiliger und Hure», wie sie selbst sagt, auseinandersetze. Auf Instagram schrieb sie: «Mein Körper war in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht in öffentlichem Besitz, ich versuche, die Autonomie darüber zurückzugewinnen.» Es sei ein langer Weg, soziale Stigmata aufzulösen, aber vielleicht sind wir – auch dank Halsey – dahin unterwegs.

Billie Eilish: «Male Fantasy»

Der Song: «Male Fantasy» ist die siebte Single von Eilishs zweitem Studioalbum «Happier Than Ever», das am 30. Juli erschien. Den Song samt Musikvideo veröffentlichte sie am 6. Dezember.

Darum gehts: Herzschmerz und der Versuch, sich mit Pornos davon abzulenken. Allerdings kriegt sie keine Befriedigung; das ist alles eine männliche Fantasie, singt Eilish (im Original: «she would never be that satisfied, it's a male fantasy»).

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So ordnen wir es ein: «Eine wunderschön ruhige, akustische Single», meint Moe. «Aber auch hier wird es sehr sozialkritisch: Male Fantasy ist ein Ausdruck, der für Medien verwendet wird, die der männlichen Fantasie entsprechen, die befriedigt werden will», erklärt Moe.

Im Interview mit «i-D» erklärte die Sängerin, dass sie im Song offen darüber sprechen wolle, wie «misogyn und absolut lächerlich» die Welt der Pornografie sei. Eine ehrliche Auseinandersetzung sei unangenehm: «Pornos können sich übergriffig, aber auch gut anfühlen.» Einfach ist es sicher nicht, aber auch Eilish trägt zur Diskussion und damit möglicherweise zu einem Umdenken bei.

«Brand New» läuft wochentags in der «Supreme Show» (15 bis 19 Uhr) live auf 20-Minuten-Radio.

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