Aktualisiert 15.01.2019 20:55

Boswiler Gemeindeschreiber«In jedem Unternehmen wäre er entlassen worden»

Nachdem der Gemeindeschreiber von Boswil AG, Daniel Wicki, auf Facebook gegen Ausländer gehetzt hatte, wurde er Mitte Dezember beurlaubt. Seit Dienstag arbeitet er wieder.

von
rab
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Gemeindeschreiber Daniel Wicki hetzt im Netz gegen Flüchtlinge. Er entschuldigt sich dafür.

Gemeindeschreiber Daniel Wicki hetzt im Netz gegen Flüchtlinge. Er entschuldigt sich dafür.

danielwicki.com
Der «Blick» berichtete über die fragwürdigen Äusserungen von Daniel Wicki.

Der «Blick» berichtete über die fragwürdigen Äusserungen von Daniel Wicki.

Blick Screenshot
Dieser arbeitet in der Gemeindeverwaltung von Boswil als Gemeindeschreiber.

Dieser arbeitet in der Gemeindeverwaltung von Boswil als Gemeindeschreiber.

Wikimedia/Roland Zumbühl

«An die Wand stellen und eine saubere 9mm-Impfung verpassen!» – mit solchen Kommentaren hetzte der Gemeindeschreiber von Boswil AG, Daniel Wicki, in den sozialen Medien gegen Flüchtlinge. Nach grosser Kritik hatte der Gemeinderat den 43-Jährigen schliesslich beurlaubt. Wie Tele M1 vermeldet, ist Daniel Wicki seit Dienstag wieder zurück an seinem Arbeitsplatz. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft will das Verfahren gegen ihn einstellen.

Fiona Strebel, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft Aargau, bestätigt dies gegenüber 20 Minuten: «Das Verfahren ist noch bei der Staatsanwaltschaft hängig. Die Staatsanwaltschaft hat dem Beschuldigten jedoch mitgeteilt, dass sie das Verfahren einstellen wird.» Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten sei zum Schluss gekommen, dass die Straftatbestände der Rassendiskriminierung und der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit nicht erfüllt seien.

«In jedem Privatunternehmen wäre er entlassen worden»

Wie Reto Karich, Sektionspräsident der SP Boswil, zu 20 Minuten sagt, ist man nach wie vor der Meinung, dass Wicki als Gemeindeschreiber nicht mehr tragbar ist: «In jedem Privatunternehmen wäre er entlassen worden.»

Er findet, die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren etwas gar schnell abgewickelt: «Offenbar fehlen die Gesetze, um hier durchzugreifen.»

Cédric Wermuth nimmt Entscheid zur Kenntnis

Sein Parteikollege und Nationalrat Cédric Wermuth ist in Boswil aufgewachsen und forderte mit einer Petition die Entlassung von Wicki. Er nimmt den Entscheid zur Kenntnis: «Aktuell können wir noch nicht viel dazu sagen. Wir warten die Begründung der Staatsanwaltschaft ab.»

Um juristische Konsequenzen für Daniel Wicki sei es bei der Strafanzeige aber nie gegangen. Man wollte das Verhalten von Herrn Wicki als ein politisches Problem diskutieren und ein Umdenken bewirken: «Ob das gelungen ist, wird sich noch zeigen», so Wermuth.

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