Bewaffnete Schweiz: In jedem vierten Haushalt eine Schusswaffe
Aktualisiert

Bewaffnete SchweizIn jedem vierten Haushalt eine Schusswaffe

Nach neuesten Zahlen befindet sich in 27 Prozent der Schweizer Haushalte eine Schusswaffe. Die Zahl der Waffenerwerbsscheine haben sich seit 2008 in vielen Kantonen verdoppelt bis verdreifacht hat.

Neueste Untersuchungen ergaben, dass sich in 27 Prozent der Schweizer Haushalte eine Waffe befindet.

Neueste Untersuchungen ergaben, dass sich in 27 Prozent der Schweizer Haushalte eine Waffe befindet.

In 27 Prozent der Schweizer Haushalte steht eine Schusswaffe zur Verfügung. Dies zeigen neue Zahlen aus der Opferbefragung, die im Auftrag der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten durch Martin Killias und das Kriminologische Institut der Universität Zürich durchgeführt wurde.

Recherchen der Sonntags Zeitung zeigen, dass sich die Zahl der Waffenerwerbsscheine seit 2008 in vielen Kantonen verdoppelt bis verdreifacht hat. Ein Teil des Anstieges ist laut Polizei auf Gesetzesänderungen zurückzuführen. Die Einführung der Schengenrichtlinien vor rund drei Jahren verschärfte die Registrierungspflichten für den Handel und seit Anfang 2010 braucht jeder Wehrmann, der seine Waffe nach Beendigung seiner Dienstzeit behalten will, einen Waffenerwerbsschein.

Die Opferbefragung zeigt, dass 26 Prozent der befragten Männer Waffen haben. Der Anteil bewaffneter Frauen ist mit rund 3 Prozent sehr tief. Um die Prävention vor Waffengewalt zu verbessern, kommen im Herbst drei Motionen der SP zur Behandlung in den Nationalrat.

Für den Kriminologen Killias ist klar: «Das Einzige was helfen würde den Missbrauch von Schusswaffen zu vermindern ist, dass weniger Menschen Zugriff zu einer Waffe haben.» Mehr Transparenz über den Waffenbesitz wünscht sich die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, sie treibt ein Projekt voran, das ab kommendem Jahr die Zusammenlegung der kantonalen Waffenregister auf einer gemeinsamen Plattform vorsieht.

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