Aktualisiert 20.04.2007 14:40

In Kampfmontur und mit Pistole: Kind spielte Irak

Die deutsche Polizei hat letzten Freitag in Lindau einen 14-jährigen Jugendlichen verhaftet, der in Kampfmontur und einer geladenen Pistole Autos aufhielt. Der Polizei sagt er, er habe Szenen aus dem Irak-Krieg nachspielen wollen.

Auf die Idee für seine Tat hatte den 14-Jährigen eine TV- Reportage über den Irak-Krieg gebracht. In dem Beitrag waren US- Soldaten gezeigt worden, die abends Autos kontrollierten. Der 14- Jährige fand diese Vorgehensweise so faszinierend, dass er es selbst ausprobieren wollte. Er habe sich keine Gedanken über mögliche Folgen und Gefahren gemacht, gab er zu Protokoll.

Für seinen Einsatz bekleidete er sich mit einem Tarnanzug, schwarzer Sturmhaube, Handschuhe, Brille und einem Helm. Neben einer Taschenlampe hielt er eine geladenen Pistole in der Hand und «kontrollierte» Autos.

Eine Zivilpolizisten hatte den zunächst Unbekannten mit gezogenen Dienstwaffen entwaffnet und gefesselt. Unter dem Helm kam ein unbedarft dreinblickender Jugendlicher zum Vorschein. Hätte er seine Waffe nicht sofort abgelegt, wäre es unter Umständen zu einem folgenschweren Schusswaffengebrauch gekommen, sagte die Polizei am Freitag.

Neben der Waffe führte der Junge mehrere Messer, einen Wurfstern, einen Schlagring, eine Handgranaten-Attrappe und ein Funkgerät mit sich. Er hatte die Pistole nach eigenen Angaben aus dem Nachtkästchen seines Vaters geholt. Im Patronenlager waren eine Kugel, im Magazin noch vier Patronen Munition.

Der Jugendliche war bisher nach Behördenangaben unauffällig, ein guter Schüler, Sportler und Musiker. Eine Vorbereitungshandlung für eine schwerwiegendere Straftat werde ihm derzeit nicht unterstellt.

(sda)

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