Natur auf Rezept - In Kanada können Ärzte jetzt Nationalpark-Pässe verschreiben
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Natur auf RezeptIn Kanada können Ärzte jetzt Nationalpark-Pässe verschreiben

Es klingt nach einer PR-Aktion, ist aber ein ernst gemeintes medizinisches Angebot: Kanadische Ärztinnen und Ärzte können ihren Patienten neu den Aufenthalt in der Natur verordnen.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Ärztinnen und Ärzte in Kanada können ihren Patienten und Patientinnen jetzt Nationalpark-Tickets verordnen. 

Ärztinnen und Ärzte in Kanada können ihren Patienten und Patientinnen jetzt Nationalpark-Tickets verordnen. 

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Möglich macht das die von der Hausärztin Melissa Lem gegründete PaRx-Initiative. 

Möglich macht das die von der Hausärztin Melissa Lem gegründete PaRx-Initiative. 

parkprescriptions.ca
«Es gibt fast keinen medizinischen Zustand, den die Natur nicht verbessern kann», so Lem. (Im Bild: Yoho-Nationalpark in British Columbia)

«Es gibt fast keinen medizinischen Zustand, den die Natur nicht verbessern kann», so Lem. (Im Bild: Yoho-Nationalpark in British Columbia)

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Darum gehts

  • In Kanada gibt es jetzt eine Jahreskarte für einen Nationalpark auf Rezept. 

  • Das Angebot dient dazu, Menschen in die Natur zu bringen. 

  • Der Aufenthalt im Freien soll die körperliche und psychische Gesundheit stärken.

  • Bislang können Patienten und Patientinnen in vier kanadischen Provinzen davon profitieren.

Bettruhe, Medikamente, viel Trinken – das sind Empfehlungen, die man von seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt im Krankheitsfall an die Hand bekommt. In Kanada können Medizinerinnen und Mediziner neu noch etwas verordnen: den wiederholten Aufenthalt in der Natur. Konkret einen Nationalpark-Pass.

«Es gibt fast keinen medizinischen Zustand, den die Natur nicht verbessern kann», erklärt die kanadische Hausärztin Melissa Lem auf WashingtonPost.com die Idee hinter dem Angebot. Sie ist Gründerin und Leiterin der PaRx-Initiative, die hinter dem Projekt steckt. Es sei das erste Angebot, bei dem eine Jahreskarte verschrieben würde. Denn «einen Park einmal zu besuchen ist grossartig, aber es verringert nicht wirklich die Barriere für den Zugang zur Natur.» Deshalb gibt es zu dem Billet auch noch die Empfehlung, sich pro Woche zwei Stunden im Grünen aufzuhalten, wobei ein Ausflug mindestens 20 Minuten lang sein sollte.

Ernster Hintergrund

Das Angebot ist viel mehr als eine nette Geste: Studien haben gezeigt, dass der Aufenthalt in der Natur eine Reihe von Vorteilen mit sich bringen kann, von der Stressreduktion und der  Stärkung der Herzfrequenzvariabilität bis hin zu einem höheren Selbstwertgefühl bei Kindern. Spaziergänge können zudem Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs vorbeugen und stärken das Immunsystem. Auch das Arbeitsgedächtnis profitiert von der Bewegung an der frischen Luft. 

Psychische Erkrankungen können sich durch den Aufenthalt in der Natur ebenfalls verbessern, darunter Depressionen, Angststörungen, ADHS und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

Grosse Nachfrage

Das Angebot kommt bei Medizinerinnen und Medizinern gut an. Seit der Einführung des Nationalpark-Passes hat sich die Zahl der potenziellen Verschreibenden auf 2500 Personen verdoppelt. Das Angebot ist allerdings begrenzt. Darum stehen den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten zunächst nur ein Rezept pro Monat zur Verfügung. Es soll besonders jenen Personen zu Gute kommen, die in der Nähe eines Nationalparks zuhause sind und sich keine Jahreskarte leisten können.

Derzeit steht das Programm Menschen in den Provinzen British Columbia, Ontario, Saskatchewan und Manitoba zur Verfügung.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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