03.03.2019 16:14

Hochwald SOIn Kopf geschossener Kater ringt um sein Leben

Büsi Ganda wurde Opfer eines bewaffneten Tierquälers. Seit einer Wocher ringt der Kater mit den Folgen seiner Schussverletzungen. Nun keimt zum ersten Mal Hoffnung auf.

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mis
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Vergangenen Sonntag, 24. Februar, wurde dem Kater Ganda aus Hochwald SO mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen.

Vergangenen Sonntag, 24. Februar, wurde dem Kater Ganda aus Hochwald SO mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen.

Privat
Ein Teil des Projektils drang gar in die Hirnhaut des Katers ein. Nach seiner ersten Behandlung verschlechterte sich Gandas Zustand und seine Nieren versagten.

Ein Teil des Projektils drang gar in die Hirnhaut des Katers ein. Nach seiner ersten Behandlung verschlechterte sich Gandas Zustand und seine Nieren versagten.

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Am Montag wird Gewissheit bestehen, ob Ganda (rechts) je wieder mit Pitschi (links) herumtollen kann. Ausser dem Schützen drückt wohl die ganze Gemeinde dem Büsi die Daumen.

Am Montag wird Gewissheit bestehen, ob Ganda (rechts) je wieder mit Pitschi (links) herumtollen kann. Ausser dem Schützen drückt wohl die ganze Gemeinde dem Büsi die Daumen.

Privat

Am 24. Februar schoss ein Unbekannter mit einem Luftgewehr Kater Ganda aus Hochwald in den Kopf. Ein Teil des Projektils war gar in sein Gehirn eingedrungen. Das rot-weisse Büsi der Familie Rüegger-Gebremariam ringt seither mit den Folgen des Angriffs. «Am Donnerstag hörte er auf zu fressen, am Freitag haben seine Nieren versagt», erzählt Halterin Ajda Gebremariam 20 Minuten. Der Zustand verschlechterte sich und die Ärzte konnten auch nicht ausschliessen, den erst einjährigen Kater einschläfern zu müssen.

Am Sonntagmittag, zwei Tage nach dem akuten Nierenversagen, dann die gute Neuigkeit: Ganda ist auf dem Weg der Besserung. «Es geht ihm besser, die Ärzte sagten mir, dass er einen gute Chance hat, wieder ganz gesund zu werden», so Gebremariam erleichtert. Gewissheit wird sie aber erst am Montag bekommen: «Wenn Gandas Werte bis Montag stabil bleiben, kann er zurück nach Hause kommen», sagt sie.

Das Werk eines Wiederholungstäters?

Bereits vergangenen November wurde Pitschi, das zweite Büsi der Familie, angeschossen, wie Telebasel am Donnerstag berichtete. Pitschi erwischte es damals an der Schulter, sie konnte sich mittlerweile vollständig von der Verletzung erholen.

An einen Zufall glaubt Gebremariam nicht, vor allem weil sich ihre Katzen stets in der Nähe des Familienhauses aufgehalten hätten. Ein Motiv ist für sie nicht erkennbar: «Wir sind zwar relativ neu in Hochwald. Von einem Nachbarschafts-Streit aber weiss ich nichts», erzählt sie auf Telebasel. In der Umgebung habe es ausserdem noch viele weitere Katzen.

Den Täter will die Familie aber nicht ungeschoren davonkommen lassen. Mit Flugblättern rufen sie die Bevölkerung der 1200-Seelen-Gemeinde dazu auf, die Augen offenzuhalten.

Katzenhasser sind keine Seltenheit

Noch am Tag der Attacke meldete die Familie diesen der Polizei, die Ermittlungen aufgenommen. «Das ist sehr selten. Weitere Fälle sind uns nicht bekannt», sagte ein Sprecher der Solothurner Kantonspolizei zu «Telebasel».

Mahena Haizmann, Geschäftsführerin des Tierschutzbundes Basel Regional (TSB), höre immer wieder von solchen Angriffen von Katzenhassern, wie sie der «Basler Zeitung» erzählt. Im vergangenen Jahr gingen bei der Organisation zwei Meldungen von Personen ein, deren Katzen mit einen Gewehr angeschossen wurden.

Vor allem in der Frühlingszeit, wenn es wieder wärmer wird und die Katzen wieder nach draussen gehen und ihr Geschäft in fremden Gärten verrichten, komme Ärger bei den Leuten auf, weiss Béatrice Kirn, Geschäftsführerin des Tierschutzes beider Basel (TBB), gegenüber der «BaZ». Obwohl «regelmässig» solche Vorfälle passierten, sei dennoch keine Häufung von Gewalt gegenüber Katzen zu verzeichnen.

Saftige Busse für Tierquäler

Im Moment ist der Täter zwar noch unbekannt, doch wenn er der Polizei ins Netz geht, erwarte ihn ein strafrechtliches Verfahren, wie Thomas Lyssy, Sprecher der Baselbieter Staatsanwaltschaft zur «BaZ» sagt. Gleich in zwei Fällen habe sich der Katzenhasser strafbar gemacht: Zum einem wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, zum anderen wegen Sachbeschädigung.

Eine saftige Busse von bis zu 40 Tagessätzen dürfte auf den Tierquäler warten. Die Strafe sei jedoch abhängig davon, ob die Person ein Wiederholungstäter sei und ob die Katze überlebe oder nicht.

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