Pro-Velo-Initiativen erfolgreich - In Kriens und Emmen sollen weitreichende Velobahnen entstehen

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Pro-Velo-Initiativen erfolgreichIn Kriens und Emmen sollen weitreichende Velobahnen entstehen

Speziell gesicherte Bahnen, über die alle Arten von Radfahrern wichtige Ziele der Region erreichen. In Kriens und Emmen offenbar Mangelware. Nun wurden zwei Vorstösse von Pro Velo eingereicht, die das ändern wollen.

von
Matthias Giordano
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Kurz vor Weihnachten hat Pro Velo Luzern die Initiative «Velonetz jetzt!» erfolgreich eingereicht. In Kriens kamen 755 Unterschriften zusammen.

Kurz vor Weihnachten hat Pro Velo Luzern die Initiative «Velonetz jetzt!» erfolgreich eingereicht. In Kriens kamen 755 Unterschriften zusammen.

Pro Velo Luzern
In Emmen unterschrieben 874 das Begehren. In der Initiative wird gefordert, dass Kriens und Emmen innerhalb von zehn Jahren ein Netz aus Velohauptrouten errichten.

In Emmen unterschrieben 874 das Begehren. In der Initiative wird gefordert, dass Kriens und Emmen innerhalb von zehn Jahren ein Netz aus Velohauptrouten errichten.

Pro Velo Luzern
Mit dem Freigleis zwischen Luzern und Kriens gibt es beispielsweise eine Veloverbindung, die rege genutzt wird. 

Mit dem Freigleis zwischen Luzern und Kriens gibt es beispielsweise eine Veloverbindung, die rege genutzt wird.

20min/Gianni Walther

Darum gehts

  • Nach erfolgreicher Unterschriftensammlung wurden in Kriens und Emmen zwei ambitionierte Velo-Initiativen eingereicht.

  • Innerhalb von zehn Jahren soll in den Gemeinden ein Netz aus speziell gesicherten Velohauptrouten entstehen.

  • Die Velohauptrouten sollen die wichtigsten Orte und Plätze sicher und effizient miteinander verbinden.

  • Die Initiative folgt auf einen Vorstoss, den Pro Velo bereits 2020 in der Stadt Luzern erfolgreich vors Stadtparlament bringen und damit eine Abstimmung über weitreichende Umgestaltungen anstossen konnte.

In Emmen und Kriens soll ein unterbruchfreies Netz aus Velohauptrouten entstehen. Die Initiative «Emmer Velonetz jetzt!» ist mit 847 Unterschriften und «Krienser Velonetz jetzt!» mit 755 Unterschriften eingereicht worden, teilt Pro Velo Luzern mit. In der Initiative wird gefordert, dass Kriens und Emmen innerhalb von zehn Jahren ein Netz aus Velohauptrouten errichten, auf denen sich «alle Velofahrenden, von den Jüngsten bis zu den Ältesten, entspannt und sicher bewegen können». Velohauptrouten sind speziell gesicherte Bahnen, über die alle Arten von Velofahrern wichtige Ziele der Region erreichen. Sie würden auch über grössere Entfernungen ein flüssiges und komfortables Vorwärtskommen ermöglichen.

Problemzonen in Kriens und Emmen sind laut Pro Velo etwa

Zwischen der Schachenstrasse in Kriens und Feldmühle fehlt eine direkte und verkehrsarme Verbindung. Viel Verkehr hat es auch auf der Strecke Langsägestrasse-Schachenstrasse. In der Gemeinde Emmen fehlen schnelle und ungefährliche Verbindungen zwischen Kapf/Rothenburg und dem Seetalplatz. Die Kantonsstrassen sind für Velos zudem ungenügend ausgebaut. Eine weitere grosse Schwachstelle ist die Kreuzung Gersag. Ebenso seien etliche Veloverbindungen zu schmal und gefährlich.

Ähnliche Initiative hat in der Stadt Luzern viel bewegt

Bereits 2020 hatte der Verband in der Stadt Luzern eine ähnliche Initiative lanciert. Ziel war es, in der Stadt ein 20 Kilometer langes Streckennetz aus Velobahnen und -wegen aufzubauen, in dem sich Radfahrer getrennt vom Autoverkehr bewegen können. Das Luzerner Stadtparlament hatte die Initiative allerdings abgelehnt und stattdessen für einen Gegenvorschlag des Stadtrates gestimmt.

Im Gegenvorschlag ist vorgesehen, in der Stadt Luzern innerhalb von zehn Jahren ein 27 Kilometer langes Netz aus Velohauptrouten zu realisieren. Mit dem Gegenvorschlag nehme der Stadtrat die Grundanliegen der Initianten und Initiantinnen auf, er passe die Rahmenbedingungen aber so an, dass ein qualitativ gutes Netz realisiert werden könne, teilte die Stadtregierung im November mit. Für die Umsetzung wurde ein Sonderkredit von 19,53 Mio. Franken beantragt. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich am 15. Mai 2022 statt.

«Kein ausschliessliches Stadtluzerner Thema»

Die Fortschritte in der Stadt Luzern haben Pro Velo denn auch dazu ermutigt, weiterzugehen: «Das Thema Velo ist kein ausschliessliches Stadtluzerner Thema, sondern betrifft die Agglomeration in gleichem Masse», sagt Korintha Bärtsch, Co-Präsidentin Pro Velo Luzern. Die Erfahrungen mit Corona hätten den Bedarf verdeutlicht, immer mehr Menschen entdecken das Velo als verlässliches und günstiges Verkehrsmittel. «Die Infrastruktur für eine sichere Fahrt weist jedoch noch Lücken auf.»

Bund setzt künftig stärker aufs Fahrrad

Für Bärtsch allerdings gibt es noch weitere triftige Gründe, den Verkehr jetzt neu zu denken, denn: «Um die Klimaziele des Bundes, des Kantons und der Gemeinden zu erreichen, sind Veränderungen im Mobilitätsverhalten unerlässlich. Ohne Verlagerung hin zu deutlich mehr Fuss- und Veloverkehr erreichen wir diese Ziele nicht.»

Und tatsächlich: In einer Mitte Dezember erschienen Analyse des Bundesrates sieht es ganz danach aus, dass an einer deutlich stärker aufs Fahrrad ausgerichteten Infrastruktur nur wenig vorbeiführt. Im Text hält der Bundesrat etwa in den Zielsetzungen fest: «Die Entwicklung hin zu emissionsfreien, kleineren und langsameren Fahrzeugen trägt zur besseren Nutzung der beengten räumlichen Verhältnisse in den Städten sowie zur nötigen Reduktion der CO2-Emissionen bei.»

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