Aktualisiert 26.10.2010 06:32

Thiopental

In letzter Minute gestoppt

Eine Richterin hat die Hinrichtung eines Todeskandidaten in Arizona aufgehalten. Ein für die Hinrichtung benötigtes Betäubungsmittel war auf unkonventionellem Weg beschafft worden.

Keine Hinrichtung ohne klare Herkunftsangabe des Betäubungsmittels

Keine Hinrichtung ohne klare Herkunftsangabe des Betäubungsmittels

Der US-Bundesstaat Arizona darf nach einem richterlichen Beschluss einen verurteilten Mörder nicht hinrichten lassen, ohne Angaben zur Herkunft eines zu verwendenden Betäubungsmittels zu machen. Bundesrichterin Roslyn Silver wies die Justizbehörden am Montag an, «sofort und öffentlich» mitzuteilen, woher das Anästhetikum Thiopental stamme, das bei der Exekution angewendet werden soll. Ursprünglich sollte der 48-jährige Jeffrey Landrigan am Dienstagmorgen (Ortszeit) mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Er war 1990 zum Tode verurteilt worden.

Da das einzige Labor, das dieses Medikament herstellt, einen Lieferengpass hat, hatten die Behörden erklärt, sie hätten das Mittel woanders beschafft. Die Anwälte des Todeskandidaten hatten dagegen protestiert und erklärt, das Produkt sei möglicherweise unrein oder gefälscht.

Vor dem Obersten Gericht von Arizona hatte die Regierung des Bundesstaaten Angaben zur Herkunft des Mittels verweigert, die Richter gaben trotzdem grünes Licht für die Hinrichtung.

Diese Entscheidung hob nun Richterin Silver auf. Da unklar sei, wo das Betäubungsmittel hergestellt worden sei und ob es den US- Normen entspreche, bestehe die Gefahr, dass der Verurteilte leiden könne, sagte Silver. (sda)

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