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Rekordzahlen in Grossbritannien In London hat eine von 30 Personen Corona

Grossbritannien befindet sich seit Mittwoch im Lockdown. Das Land verzeichnet zur Zeit rekordhohe Fallzahlen, so hat eine von 50 Personen im Land Covid-19. In der britischen Hauptstadt sind es sogar noch mehr.

von
Bianca Lüthy
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Grossbritannien befindet sich im Lockdown. 

Grossbritannien befindet sich im Lockdown.

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Die Strassen von London sind menschenleer. 

Die Strassen von London sind menschenleer.

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Die Briten dürfen ihr Zuhause nur für Arztbesuche, Lebensmitteleinkäufe, Impf-Termine und für die Arbeit verlassen.  

Die Briten dürfen ihr Zuhause nur für Arztbesuche, Lebensmitteleinkäufe, Impf-Termine und für die Arbeit verlassen.

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Darum gehts

  • Grossbritannien hat am Montag verkündet, einen Lockdown zu erlassen.

  • Das Land hat mit hohen Corona-Zahlen zu kämpfen.

  • Besonders in der britischen Hauptstadt London ist die epidemiologische Lage dramatisch.

Leere Strassen und gespenstische Atmosphäre in der sonst so pulsierenden Metropole London. Am Montag verkündete Premierminister Boris Johnson, dass Grossbritannien erneut in den Lockdown muss. Dieser ist am Mittwoch in Kraft getreten.

Die epidemiologische Situation im Land ist besorgniserregend. Laut der britischen Statistikbehörde ONS hatten über den Jahreswechsel hin einer von 50 Briten das Coronavirus. In der britischen Hauptstadt London ist die Lage noch dramatischer: Dort hatte einer von 30 Covid-19. Zurzeit leiden insgesamt 1,2 Millionen Briten am Virus.

Als Vergleich hat Deutschland zurzeit eine Inzidenz von 200 bei 100’000 Einwohnern, was bedeutet, dass 1 Person von 500 Corona hat. Die «Bild»-Zeitung betitelt die 9-Millionen-Stadt London am Mittwoch bereits als «Seuchen-Hauptstadt» Europas. Allein am Mittwoch meldeten die britischen Behörden mehr als 62’300 Neuinfektionen, die höchsten Zahlen seit Beginn der Pandemie. Bereits am Dienstag lagen die Neuinfektionen bei mehr als 60’000.

«Corona-Mutation breitet sich schnell aus»

Der totale Lockdown in Grossbritannien dauert voraussichtlich bis Mitte Februar. So darf man sein Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gehen, zum Arzt, für Lebensmitteleinkäufe oder um sich impfen zu lassen. Die Schulen sind auch geschlossen, weswegen die BBC zur Zeit ein Sonderprogramm mit Bildungsinhalten sendet.

Problematisch ist die Situation auch in den Spitälern: So werden aktuell 27’000 Corona-Patienten stationär behandelt. Chefmediziner Christ Whitty sagte an einer Pressekonferenz, dass die Patientenzahl sehr schnell ansteige.

Besorgniserregend findet Whitty vor allem das mutierte Corona-Virus: «Es breitet sich am schnellsten im Osten des Landes sowie in London und im Südosten aus, aber auch in anderen Gebieten ist es auf dem Vormarsch.» Ein Ende der Pandemie sei trotz Impfung noch nicht in Sicht, so warnte Whitty die Bevölkerung, es könnte auch nächsten Winter Restriktionen geben.

Demonstrationen gegen Lockdown in London

Am Mittwoch, dem ersten Tag des Lockdowns, haben Demonstranten gegen die von der Regierung erlassenen Corona-Massnahmen protestiert. Die Polizei hat bislang 21 Personen festgenommen. Darunter ein 92-jähriger Mann, weil er gegen die Massnahmen verstossen hat. Unter den Demonstranten befanden sich auch Personen, die für die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange protestierten.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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44 Kommentare
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Nachdenkender Mensch

06.01.2021, 20:05

Es war anzunehmen, dass die Arroganz schweizer Politik aus dem Frühjahr, mit dem auf andere Nationen gezeigt wurde, in schrille Anschuldigungen auf politische Kritiker umschlägt, wenn mit den selben untauglichen Instrumenten etwas gemessen wird, was gar nicht kontrollierbar ist. In einer alternden Gesellschaft sterben zwangsläufig mehr Menschen. Anstatt zu feiern, dass unsere zivilisatorische Entwicklung uns dahin gebracht hat, dass immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, glauben viele, den Tod ganz besiegen zu können. Das wird nicht gelingen. Vorallem nicht durch sinnlose politische Maßnahmen. Ich werde mich weiterhin daran beteiligen friedlichen politischen Protest zu organisieren und zu unterstützen, wo immer es geht. Ich stehe für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Freiheit. Und ich danke Euch, dass ihr diesen Weg mitgeht.

Manni der Libero

06.01.2021, 19:59

Ausgerechnet das Land mit einem der schlechtesten Gesundheitssysteme hat Europas höchste Infektions- aber auch die höchste Zahl schwer an Corona erkrankter Patienten. Schon vor Corona musste ein Durchschnittspatient oft mehrere Monate auf einen normalen chirurgischen Eingriff warten. Zudem haben die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft einen sehr schlechten Allgemeinzustand, zu wenig Bewegung, zuviel Zucker, zuviel Alkohol. Und sie leben in sehr kleinen Wohnungen, vermehren sich sehr stark, oftmals bis zu 6 Kinder die oft vernachlässigt werden. Viele dieser armen Kindern bekommen nur in der Schule ihre einzige warme Mahlzeit am Tag. Abstand halten können die auch nicht. Da findet das Virus fast paradiesische Zustände in denen es sich prachtvoll verbreiten kann.

Urbi et Gorbi

06.01.2021, 19:29

Wie lange noch wird das Volk ruhig bleiben? Wenn alle getroffenen Massnahmen nichts nützen? Was kommt dann ? Das wird wohl sehr böse enden, egal in welcher Richtung!