Weniger Gewalt: «In Luzern wird die Sicherheit hoch gehalten»
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Weniger Gewalt«In Luzern wird die Sicherheit hoch gehalten»

2015 gab es weniger Delikte gegen Leib und Leben in Luzern. Auch Jugendgewalt gibt es weniger. Gründe dafür sind etwa viel Polizeipräsenz und eine hohe Beschäftigungsquote.

von
pz
Oberstaatsanwalt Daniel Burri informierte am Dienstag über den Jahresbericht der Staatsanwaltschaft 2015.

Oberstaatsanwalt Daniel Burri informierte am Dienstag über den Jahresbericht der Staatsanwaltschaft 2015.

20 Minuten/pz

Es ist ein Novum: Erstmals in der Geschichte der Luzerner Strafverfolgungsbehörden wird bei den eigegangenen Fällen die 50'000-Marke geknackt. Es ist ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 1388 Fälle mehr als 2014. Aber: «Man darf sich von den Zahlen nicht täuschen lassen – es war ein unaufgeregtes Jahr», sagt Oberstaatsanwalt Daniel Burri.

Auffällig sind neben der gestiegen Zahl der Wirtschaftsdelikte, den markant höheren Zahlen im Bereich des Strassenverkehrsgesetzes (+ 15 Prozent) auch die gesunkenen Zahlen bei Gewaltdelikten.

«Polizei sorgt mit ihrer Präsenz für Recht und Ordnung»

Erfreulich ist der Rückgang der Delikte gegen Leib und Leben auf 881 Fälle: In den letzten Jahren ist eine deutliche Abnahme solcher Vergehen festzustellen – 40 Prozent gegenüber 2012 (1552) und 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Auch schweizweit ist dieser Trend vorhanden», so Burri. Über mögliche Gründe des kontinuierlichen Rückgangs dieser Deliktgruppe könne man nur spekulieren. Aber: «Hier in Luzern wird die Sicherheit hoch gehalten. Die Polizei sorgt mit ihrer Präsenz für Recht und Ordnung», sagt Burri. Die kontinuierliche Abnahme der Fallzahlen könne als sehr positives Zeichen gewertet werden, sagt der Oberstaatsanwalt.

Bewährter Mix aus Prävention und Repression

Die Jugendanwaltschaft hatte im Vergleich zum Vorjahr 185 Fälle mehr zu bearbeiten. Erfreulich ist aber: Die Gewaltdelikte sind weniger geworden. Körperverletzungen gingen 2015 um 50 Prozent zurück, von 25 Fällen auf 12 – Tätlichkeiten wurden 25 erfasst, im Jahr zuvor waren es noch 42. Dennoch: «Grössere Schwankungen lassen nicht auf einen Trend schliessen», erklärt Burri. Dies auch, weil in einigen Deliktsbereichen die Fallzahlen tief seien.

Eine hohe Zahl von Gewaltdelikten unter Jugendlichen habe es vor allem in den Jahren 2009 und 2010 gegeben. Diesen Höhepunkt habe man aber inzwischen überwunden. Damals hätte es Schwierigkeiten bei der Integration verschiedener Jugendlicher gegeben. Burri: «Hier spielt vor allem die Zusammensetzung der Jugendlichen verschiedener Herkunftsländern eine wichtige Rolle.»

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Gewaltdelikte unter Jugendlichen sei unter anderem die hohe Beschäftigungsquote. Der Oberstaatsanwalt erläutert: «Wenn Jugendliche einer Arbeit, einem Hobby nachgehen, oder gut integriert sind, tendieren sie weniger dazu, gewalttätig zu werden.» Aber nicht nur: «Ein bewährter Mix aus Prävention und Repression hat dazu beigetragen», sagt der Oberstaatsanwalt. Mit Aufklärungsarbeit gegen Gewalt haben man in den Schulen einiges bewirken können ist Burri überzeugt.

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