Gemüse an der Urne?: In Luzern wird Gemüse definitiv zum Politikum
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Gemüse an der Urne?In Luzern wird Gemüse definitiv zum Politikum

Die Bürgerlichen sowie Luzern Hotels und Gastro Luzern goutieren keine Essensempfehlungen aus dem Stadtrat. Dieser möchte, dass weniger Fleisch gegessen wird.

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Die Stadt soll sich für nachhaltige Ernährung einsetzen und Bürger über den Einfluss der Ernährung auf Klima und Umwelt informieren – so sieht es das neue Energiereglement vor. CVP, FDP, SVP sowie die Verbände Luzern Hotels und Gastroluzern ergreifen dagegen das Referendum: «Es kann nicht sein, dass die Stadt überall dreinredet», sagt FDP-Präsident Fabian Reinhard.

Die Stadt soll sich für nachhaltige Ernährung einsetzen und Bürger über den Einfluss der Ernährung auf Klima und Umwelt informieren – so sieht es das neue Energiereglement vor. CVP, FDP, SVP sowie die Verbände Luzern Hotels und Gastroluzern ergreifen dagegen das Referendum: «Es kann nicht sein, dass die Stadt überall dreinredet», sagt FDP-Präsident Fabian Reinhard.

Keystone/Symbolbild
In einer Medienmitteilung verweisen die Referendumsführer beispielsweise auf eine aktuelle Plakatkampagne der Stadt, die die Bevölkerung ermuntert, öfter Gemüse und weniger Fleisch zu konsumieren.

In einer Medienmitteilung verweisen die Referendumsführer beispielsweise auf eine aktuelle Plakatkampagne der Stadt, die die Bevölkerung ermuntert, öfter Gemüse und weniger Fleisch zu konsumieren.

Stadt Luzern
In der Kampagne zur 2000-Watt-Gesellschaft weist die Stadt auch auf den Stromverbrauch oder ...

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Stadt Luzern

«Es kann nicht sein, dass die Stadt überall dreinredet», sagt Fabian Reinhard, Präsident der Stadtluzerner FDP. Deswegen hat die FDP gemeinsam mit der CVP, der SVP und den Verbänden Luzern Hotels und Gastroluzern das Referendum gegen die Revision des Energiereglements ergriffen. Konkret geht es dabei darum, was bei den Luzernern auf dem Teller landen soll - und was nicht.

Grund dafür ist folgender Zusatz, den SP, Grüne und GLP ins Energiereglement brachten: «Die Stadt setzt sich für die Förderung der nachhaltigen Ernährung und die Information über den Einfluss der Ernährung auf das globale ­Klima und die Umwelt ein.»

«Bogen überspannt»

Das geht zu weit, finden die Referendumsführer: «Mit solchen Bestimmungen der Bogen überspannt», teilten sie mit. FDP-Präsident Reinhard findet, dass die Luzerner bereits heute die Wahlmöglichkeit haben und sehr wohl fähig seien, sich selbst zu entscheiden. «Die Stadt kann nicht vorschreiben, was bei uns auf den Teller kommen soll.»

Es besteht laut Referendumsführern kein Zweifel, dass sich der Stadtrat wie im Reglement gefordert entschlossen über die ökologischen Auswirkungen von Essen informieren werde. «Ein Beleg dafür ist die laufende städtische Plakatkampagne, mit der die Bevölkerung aufgefordert wird, mehr Gemüse und weniger Fleisch zu essen», so die Referendumsführer (siehe Bildstrecke).

800 Unterschriften nötig

Den Anstoss zur Debatte lieferte die Initiative «Nachhaltige und faire Ernährung», die 2016 in nur 48 Stunden gesammelt worden war. Diese sah eine Ergänzung des städtischen Energiereglements vor. In der Initiative wurde unter anderem gefordert, dass die Stadt die Bevölkerung über die negativen Auswirkungen des Tierproduktekonsums aufklärt. Um den Anteil pflanzlicher Ernährung zu fördern, solle die Stadt Empfehlungen dazu erarbeiten. Zudem sollten öffentliche Kantinen und Mensen in der Stadt mindestens ein veganes Menü anbieten. Dem Stadtrat ging die Initiative zu weit, weshalb er einen Gegenvorschlag ausgearbeitet hatte.

Ob dieser denn nun aufgenommen wird, sollen laut Referendumskomitee die Stimmbürger entscheiden. Bis zum 11. April hat dieses nun Zeit, um die nötigen 800 Unterschriften zu sammeln. Reinhard ist guter Dinge: «Wir sind sehr zuversichtlich. Ich höre in der letzten Zeit von vielen Seiten, dass man nun etwas machen muss.» Zudem sei habe man mit der breiten Allianz eine gute Basis, um die Unterschriften zusammenzubringen.

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