Drogeninformation in Luzern - In Luzern wird mehr MDMA gecheckt, in Zürich Kokain
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Drogeninformation in LuzernIn Luzern wird mehr MDMA gecheckt, in Zürich Kokain

Das Drug Checking in Luzern gibt es seit gut einem Jahr. Das Angebot wird so gut genutzt, dass auch schon Personen abgewiesen werden mussten.

von
Rochus Zopp
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Drogenkonsumenten und -konsumentinnen in Luzern können seit rund einem Jahr ihre Drogen kostenlos und anonym testen lassen.

Drogenkonsumenten und -konsumentinnen in Luzern können seit rund einem Jahr ihre Drogen kostenlos und anonym testen lassen.

DILU
Am häufigsten werden in Luzern MDMA, Cannabis, Kokain und LSD zur Untersuchung abgegeben. Laut der Projektleiterin der Drogeninformation Luzern, Olivia Allemann, ist in Luzern tendenziell MDMA stärker verbreitet.

Am häufigsten werden in Luzern MDMA, Cannabis, Kokain und LSD zur Untersuchung abgegeben. Laut der Projektleiterin der Drogeninformation Luzern, Olivia Allemann, ist in Luzern tendenziell MDMA stärker verbreitet.

DILU
Das Drug Checking hat jeden zweiten Montag im Monat offen. Pro Öffnung können fünf Proben entgegengenommen werden. Es mussten aber auch schon Leute abgewiesen werden, da die Testkapazität erschöpft war.

Das Drug Checking hat jeden zweiten Montag im Monat offen. Pro Öffnung können fünf Proben entgegengenommen werden. Es mussten aber auch schon Leute abgewiesen werden, da die Testkapazität erschöpft war.

DILU

Darum gehts

  • Der Verein Kirchliche Gassenarbeit bietet seit gut einem Jahr ein Drug Checking an.

  • Am meisten geprüft werden in Luzern: MDMA, Cannabis, Kokain und LSD.

  • Immer häufiger muss Cannabis untersucht werden. Das hängt auch damit zusammen, dass das Bewusstsein für synthetische Cannabinoide gestiegen ist.

Luzerner Drogenkonsumenten und -konsumentinnen können seit knapp einem Jahr anonym jeden zweiten Montag im Monat kostenlos ihre Drogen überprüfen lassen. Laut Olivia Allemann, der Projektleiterin der Drogeninformation Luzern (DILU), wird das Angebot auch gut genutzt: «Wir hatten bei jeder Öffnung mindestens eine Person, die eine Probe abgab.» Fünf Proben kann das DILU-Team pro Testtag entgegennehmen. Wegen der steigenden Bekanntheit und des erhöhten Vertrauens ins Angebot reicht das nicht immer aus. «Es ist schon mehrmals vorgekommen, dass wir Leute abweisen mussten, da wir die Testkapazität bereits erreicht hatten», sagt Allemann.

Wahrgenommen wird das Angebot der DILU meistens von Freizeitkonsumenten und -konsumentinnen. Die Mehrheit derer, die Proben vorbeibringen, haben gemäss Allemann wahrscheinlich kein problematisches Konsumverhalten. Das Testen von Substanzen ist aber immer an ein Beratungsgespräch gebunden. «So können wir frühzeitig auf ein problematisches Suchtverhalten hinweisen», erklärt Allemann. «Immer gibt es Personen, die für eine Party oder ein Festival etwas gekauft haben und es vor dem Konsum prüfen lassen wollen.»

MDMA wird in Luzern häufiger abgegeben als in Zürich

Am häufigsten wird in Luzern MDMA, Cannabis, Kokain oder LSD zur Untersuchung abgegeben. «Gerade bei MDMA tauchen immer wieder hoch dosierte Pillen auf», sagt Allemann, «Das ist aber ein Trend, der nicht nur Luzern betrifft.» Die DILU publiziert auch regelmässig Warnhinweise zu Substanzen auf ihrer Webseite. Da es das Drug Checking erst seit einem Jahr gibt, ist es laut Allemann schwierig, einen Vergleich zu anderen Schweizer Städten zu ziehen. Allemann sagt aber: «In Luzern wird tendenziell mehr MDMA zur Überprüfung abgegeben, während zum Beispiel in Zürich Kokain stärker verbreitet ist.»

Was auch immer häufiger zum Testen abgegeben wird, ist laut Allemann Cannabis. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass vermehrt synthetische Cannabinoide im Umlauf sind. «Einerseits haben immer mehr Personen negative Erfahrungen mit unreinem Gras gemacht. Andererseits gibt es auch ein stärkeres Bewusstsein dafür», erklärt Allemann die Zunahme. In Bern oder Zürich gibt es deshalb extra Testtage für Cannabis.

Auch auf Social Media wird informiert

Auch auf Instagram und Facebook ist das DILU präsent. Der Instagram-Kanal der DILU hat rund 1000 Follower und Followerinnen. Immer wieder gebe es auch Anfragen zu Drogen, die über die Social-Media-Kanäle gestellt werden, bestätigt Allemann. Über diese Plattformen werden die Konsumierenden dann auch über Risiken des Konsums oder über allfällige Streckmittel aufgeklärt.

Getragen wird die Drogeninformation Luzern vom Verein Kirchliche Gassenarbeit. Die Finanzierung erfolgt über Ordensstiftungen, sonstige Stiftungen, Kirchgemeinden sowie durch Unterstützung der Stadt Luzern. Das Angebot ist ein Pilotprojekt, welches seit dem September 2020 läuft. Vorläufig ist es auf drei Jahre hinaus angelegt.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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