Aktualisiert 21.04.2006 07:04

In Nepal brodelt die Stimmung

Vor einer erneuten Ausgangssperre in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu ist es bei pro-demokratischen Protesten wieder zu Unruhen gekommen.

Demonstranten entzündeten Autoreifen und warfen Baumstämme auf die Strassen.

König Gyanendra hatte nach den gewaltsamen Protesten vom Donnerstag eine erneutes ganztägiges Ausgangsverbot für Freitag verhängt, das um 9 Uhr Ortszeit in Kraft trat und bis 20 Uhr gelten sollte. Die Armee erhielt wieder den Schiessbefehl.

Die Demonstranten wollten das Verbot wie schon am Vortag in einem gemeinsamen Protestmarsch brechen. Dabei waren drei Demonstranten getötet worden.

Seit dem Beginn der Proteste vor mehr als zwei Wochen sind bei Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei damit mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden dabei verletzt.

Indien vermittelt

Die Demonstranten fordern ein Ende der uneingeschränkten Herrschaft des Königs. Auch das Nachbarland Indien setzt sich für eine Wiedereinführung der Demokratie ein und schickte einen Gesandten zu Gesprächen mit dem König am Donnerstag.

Der Gesandte äusserte danach Hoffnungen, dass der Monarch mit einer Mitteilung die Situation bald entschärfen könne. Nepal ist ein wichtiger Handelspartner Indiens und wird als eine Art Pufferzone zu China gesehen.

König Gyanendra hatte im Februar 2005 die Regierung entlassen und selbst die Macht übernommen. Sein erklärtes Ziel ist es, einen seit Jahrzehnten anhaltenden Aufstand maoistischer Rebellen niederzuschlagen. (sda)

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