Aktualisiert 03.05.2006 14:23

In Nepal schweigen die Waffen

Die nepalesische Regierung hat am Mittwoch eine Waffenruhe mit den maoistischen Rebellen verkündet und die Aufständischen zu Friedensgesprächen aufgerufen.

Sie würden nicht mehr als Terrororganisation betrachtet, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Khadga Prasad Oli in Kathmandu. Die Rebellen hatten die Protestbewegung der Opposition gegen die Alleinherrschaft von König Gyanendra unterstützt und in der vergangenen Woche einen einseitigen Waffenstillstand erklärt.

Der stellvertretende Regierungschef Oli und Finanzminister Ram Sharan Mahat forderten die Aufständischen auf, sich an den Friedensgesprächen zu beteiligen. Alle Vorwürfe gegen sie, die im Zusammenhang mit Terrorismus stünden, würden fallen gelassen, erklärte Oli. Die US-Regierung betonte indes, sie betrachte die Maoisten weiterhin als Terrororganisation. Die Rebellen kämpfen seit 1996 gegen die Monarchie in Nepal. Der Bürgerkrieg kostete etwa 13.000 Menschen das Leben.

Finanzminister Mahat zufolge erklärte das Kabinett ausserdem die Ergebnisse der Kommunalwahl vom Februar für ungültig. Ein Termin für eine Wiederholung der Abstimmung wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Die neue Regierung will alle Regelungen aufheben, die König Gyanendra seit seiner Machtergreifung im Februar vergangenen Jahres erlassen hat.

Während der dreiwöchigen Proteste gegen Gyanendra kamen mindestens 17 Demonstranten ums Leben. Den Familien der Opfer sollten eine Entschädigung von jeweils einer Million Rupien (rund 17.000 Franken) erhalten, kündigte Mahat an. (dapd)

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