Nach der Wahl: In Obamas Regierung sind noch Jobs frei
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Nach der WahlIn Obamas Regierung sind noch Jobs frei

Der Wahlsieg von Barack Obama gibt den Startschuss für die hochkarätigste Job-Börse der Welt. Der neue Präsident darf hunderte Posten in Regierung und Verwaltung neu besetzen. Im Gespräch sind klangvolle Namen.

Die erste Bewährungsprobe des neuen Präsidenten Obama wird die Finanzkrise sein. Sein Wirtschaftsteam wirkt wie ein Who is Who der Entourage von Präsident Bill Clinton aus den 90er-Jahren. In Obamas Team arbeiten Clintons frühere Finanzminister Robert Rubin und Lawrence Summers mit - beide sind weltweit angesehene Experten.

Eine Rückkehr von Summers ins Finanzministerium gilt als möglich, auch der Chef der New Yorker Zentralbank, Tim Geithner, wird als Kandidat gehandelt. Im Gespräch ist weiter der ehemalige Notenbankchef Paul Volcker, der Erfahrung mit der Finanzkrise in den 80er-Jahren mitbringt. Zu Obamas Beratern zählt ausserdem der legendäre Investment-Milliardär Warren Buffett. Mit 78 Jahren dürfte er aber kein Interesse an einem Wechsel in die Politik haben.

John Kerry als Aussenminister?

Viel Arbeit wird auf den nächsten Aussenminister zukommen. Als Chefdiplomat einer Regierung Obama wird immer wieder Senator John Kerry genannt, der unterlegene Präsidentschaftskandidat von 2004. Auch Gouverneur Bill Richardson, unter Clinton Chef der US-Mission bei der UNO, gilt als Anwärter, ebenso Richard Holbrooke, der 1995 das Dayton-Friedensabkommen zur Beendigung des Bosnienkriegs ausgehandelt hatte.

Weiter könnte Obama als Geste der Kooperation einen Republikaner ins Kabinett berufen. Als Anwärter für den Posten des Verteidigungsministeriums gelten die republikanischen Senatoren Chuck Hagel und Richard Lugar - und sogar Ex-Aussenminister Colin Powell, der Obama im Wahlkampf unterstützt hat. Aus Obamas Umfeld verlautete zudem, dass auch ein Verbleib des angesehenen Ressortchefs Robert Gates im Pentagon denkbar sei.

Stratege Axelrod

Keine Aussicht auf Kabinettsposten, dafür aber auf die Rolle als Strippenzieher hinter den Kulissen hat wohl Chefstratege David Axelrod. Er gilt als das «Hirn» der Kampagne und hat dem Wahlkampf der Demokraten mit dem Schlagwort «Wandel» eine zugkräftige Botschaft verpasst. Axelrod tritt stets höflich auf, weiss aber auch, wie im Wahlkampf aggressiv ausgeteilt wird.

Barack Obama hat zudem mit dem Kongressabgeordneten Rahm Emanuel über eine mögliche Berufung als Stabschef des Weissen Hauses gesprochen, wie letzte Woche aus der Demokratischen Partei verlautete. Emanuel kommt aus Obamas Heimatstaat Illinois. Er arbeitete bereits bei Präsident Bill Clinton im Weissen Haus. Mittlerweile gehört er zur Führungsriege der demokratischen Fraktion im Repräsentantenhaus.

Kabinett der Stars?

Auch über einige klangvolle Namen wird öfter spekuliert. So könnte Al Gore ein Comeback in der Regierung geben, als Superminister für Umwelt und Energie. Für den gleichen Job wurde auch schon Arnold Schwarzenegger gehandelt. Nachdem der Gouverneur von Kalifornien Obama im Wahlkampf aber verspottet hatte, kommt er wohl nicht mehr in Frage.

Sogar Obamas einstige Rivalin Hillary Clinton wurde schon als Kabinettsmitglied ins Gespräch gebracht. Sie könnte sich ihres Lieblingsthemas annehmen, einer Krankenversicherung für alle Amerikaner. Allerdings fragen sich die Medien auch, ob Präsident Obama so viele «Diven» neben sich dulden würde.

(pbl/sda)

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