In Österreichs Gefängnissen wird misshandelt
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In Österreichs Gefängnissen wird misshandelt

Das Anti-Folter-Komitee der EU hat Polizisten und Gefängnisaufsehern in Österreich Misshandlungen vorgeworfen. Eine beträchtliche Anzahl Gefangener, darunter auch Minderjährige in Jugendhaft, wurden gefesselt und geschlagen.

Eine Delegation des Komitees des Europarates habe bei einem neuntägigen Besuch des Landes im vergangenen Jahr eine beträchtliche Zahl von Beschwerden wegen körperlicher Gewalt erhalten, heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Organisation.

Das 74 Seiten umfassende Dokument führt Beschwerden von Gefangenen auf, die Klage führten über «Fausthiebe, Tritte, Schläge mit einem Telefonbuch auf den Kopf, länger andauernde und feste Fesselung mit Handschellen und den kombinierten Einsatz von miteinander verbundenen Hand- und Fussfesseln». Als besonders schwer wiegend wird dabei gewertet, dass diese Beschwerden auch von jugendlichen Häftlingen geführt wurden, von denen einige erst 14 Jahre alt waren. Die meisten Beschwerden gab es dem Bericht zufolge aus der oberösterreichischen Stadt Linz und Umgebung.

Innenministerin Liese Prokop erklärte zu dem Bericht nach einer Meldung der Wiener Nachrichtenagentur APA, die Vorwürfe seien bei einer Überprüfung in keinem Fall bestätigt worden. Verbesserungen kündigte sie aber bei den Bedingungen der Abschiebehaft an. Sie werde es nicht dulden, wenn bei der Exekutive Gewalt einreisse.

http://www.cpt.coe.int/en/states/aut.htm (dapd)

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