Invasion von Insekten und Ratten: In Rom sind die Müllberge höher als die Container
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Invasion von Insekten und RattenIn Rom sind die Müllberge höher als die Container

Italiens Hauptstadt versinkt im Müll. Das Problem entwickelt sich zu einem Gesundheitsrisiko, da die stinkende Abfallmassen Ratten und Mücken anlocken.

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Rom von seiner schönen Seite: Blick auf den Tiber, der durch die Hauptstadt Italiens fliesst. (13. Juli 2019)

Rom von seiner schönen Seite: Blick auf den Tiber, der durch die Hauptstadt Italiens fliesst. (13. Juli 2019)

AFP/Andreas Solaro
Doch der Scheint trügt.

Doch der Scheint trügt.

AFP/Andreas Solaro
Die Stadt hat ein Müllproble: Eine Anwohnerin geht an Abfallbergen entlang. (10. Juli 2019)

Die Stadt hat ein Müllproble: Eine Anwohnerin geht an Abfallbergen entlang. (10. Juli 2019)

AFP/Tiziana Fabi

Die Römer behaupten, so schlimm wie in diesem Sommer sei es noch nie gewesen. Neben überfüllten Containern, an den Ecken und am Strassenrand türmen sich meterhohe, stinkende Müllberge. Die Römer kennen das Problem seit Jahren - doch diesmal geht es mehr als nur um den unerträglichen Gestank: Die Abfallmassen locken Ratten und Mücken und sogar Wildschweine ins Zentrum der Ewigen Stadt. Diesmal ist Roms Abfallproblem ein ernstes Gesundheitsrisiko für die Bewohner geworden.

Der Präsident der Römer Ärztegesellschaft, Antonio Magi, warnte vor einigen Tagen in einem Brief an die Bürgermeisterin Roms Virginia Raggi, Rom sei «eine stinkende Müllkippe unter freiem Himmel». Gleichzeitig schlug er «Hygiene-Alarm»: Die Exkremente von Ratten, Katzen, Hunden und Vögeln, die sich im Müll tummeln, könnten Erreger und Parasiten verbreiten. Mücken, Wanzen und weitere Insektenarten könnten ausserdem zu einer Plage entwickeln.

Römer sollen Müll trennen

Ein baldiger Ausweg ist nicht in Sicht, denn der Stadt Rom fehlen drei Hauptdeponien, wie der Sender «NTV» berichtet. Eine wurde im Jahr 2013 geschlossen, zwei weitere brannten kürzlich ab. Seither ist das Problem mit dem Abfall ausser Kontrolle.

Zudem würden die Bewohner nicht viel zu einer Lösung beitragen: Auf Bildern ist zu sehen, wie vor den Containern riesige Müllhaufen liegen. Denn nicht nur alltäglicher Haushaltsabfall wird entsorgt, teilweise landen Sofas, Matratzen und sogar Kühlschränke am Strassenrand.

Rom produziert täglich um die 5000 Tonnen Abfall, den sie nun nach nach Österreich oder Deutschland exportieren. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi versprach, das Problem «in den nächsten 15 Tagen» in den Griff zu kriegen. Sie erwartet von den Römern, dass sie künftig ihren Müll trennen.

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