Bei mehr als 100 Teilnehmenden – In Schweden dürfen Ungeimpfte von Events ausgeschlossen werden
Aktualisiert

Bei mehr als 100 TeilnehmendenIn Schweden dürfen Ungeimpfte von Events ausgeschlossen werden

Schweden fuhr in der Corona-Pandemie lange Zeit einen Sonderweg. Jetzt sind 79 Prozent der Menschen über zwölf Jahren vollständig geimpft. Für Ungeimpfte gelten nun an Events strengere Regeln.

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In Schweden dürfen Event-Veranstalter und -Veranstalterinnen von den Gästen einen Impfnachweis verlangen.

In Schweden dürfen Event-Veranstalter und -Veranstalterinnen von den Gästen einen Impfnachweis verlangen.

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Verzichten die Veranstalter und Veranstalterinnen darauf, müssen sie Massnahmen wie Mindestabstände und zugewiesene Sitzplätze einführen.

Verzichten die Veranstalter und Veranstalterinnen darauf, müssen sie Massnahmen wie Mindestabstände und zugewiesene Sitzplätze einführen.

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Das gilt auch für Sportveranstaltungen.

Das gilt auch für Sportveranstaltungen.

via REUTERS

Darum gehts

  • An Events mit mehr als 100 Teilnehmenden darf in Schweden ungeimpften Personen der Zutritt verweigert werden.

  • Schweden setzte seit Pandemiebeginn auf vergleichsweise lockere Corona-Massnahmen.

  • Heute hat das Land die niedrigste Inzidenz des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums und weist eine hohe Impfquote auf.

Das in der Corona-Krise recht freizügige Schweden hat derzeit vergleichsweise niedrige Inzidenzwerte – trotzdem hat das skandinavische Land nun einen Impfnachweis für Veranstaltungen eingeführt. Seit Mittwoch müssen Erwachsene bei öffentlichen Veranstaltungen und Zusammenkünften mit mehr als 100 Teilnehmenden in Innenräumen ein Impfzertifikat vorzeigen, wenn der Veranstalter oder die Veranstalterin das einfordert. Den Nachweis über die Impfung – Genesungen und negative Tests gelten dabei nicht – können die Menschen auf dem Smartphone oder auf Papier vorlegen.

Die Regel gilt zum Beispiel für Konzerte und Sportveranstaltungen, aber auch in Kinos oder Theatern. Veranstalter und Veranstalterinnen, die die Impfnachweise ihrer Gäste nicht kontrollieren wollen, müssen alternativ verschiedene Beschränkungen wie zugewiesene Sitzplätze und einen Mindestabstand von einem Meter zwischen den Teilnehmenden umsetzen.

Schweden hat eine hohe Impfquote

Schweden hat seit Pandemiebeginn auf einen Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Corona-Massnahmen gesetzt. In dem Zuge hatte das Land im Vergleich zum Rest Skandinaviens und auch zur Schweiz lange Zeit mit sehr hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Bislang sind rund 1,2 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Schweden zählt rund zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Mehr als 15’000 Menschen sind in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben, darunter überwiegend Ältere.

Jetzt finden sich die Schweden bei den Neuinfektionszahlen plötzlich ganz woanders wieder: Den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zufolge hat das Land mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von knapp über 60 die niedrigste Inzidenz des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums. Rund 79 Prozent aller Menschen über zwölf Jahre haben bislang zwei Impfdosen erhalten.

Schweden will Sonderweg trotz Omikron fortsetzen

Auch angesichts der neuen Omikron-Variante des Coronavirus will Schweden seinen Sonderweg im Kampf gegen die Pandemie fortsetzen. Die Strategie habe in der Vergangenheit funktioniert, «bisher sehen wir keinen Grund, warum sie jetzt nicht funktionieren sollte», sagte Chef-Epidemiologe Anders Tegnell der Nachrichtenagentur AFP. Schliesslich handele es sich immer noch «um dieselbe Krankheit».

Nach Einschätzung des Chefs der schwedischen Gesundheitsbehörde könnten die Fallzahlen in den kommenden Wochen jedoch wieder steigen: «Es wird höchstwahrscheinlich eine neue Welle geben», sagte er AFP. Der grosse Unterschied zu den vorherigen Wellen sei, «dass diesmal ein grosser Teil unserer Bevölkerung geimpft» sei. «Deshalb glauben wir, dass der Druck auf das Gesundheitssystem viel geringer sein wird.»

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Hier findest du Hilfe:

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(DPA/AFP/job)

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