Aufmarsch der Glatzen: In Sempach geht der Laden runter

Aktualisiert

Aufmarsch der GlatzenIn Sempach geht der Laden runter

Die Bevölkerung von Sempach soll morgen Samstag dem Aufmarsch der Rechtsextremen nicht tatenlos zusehen. Ein anonymes Bündnis ruft die Bürger auf, den vorbeiziehenden Glatzen den Rücken zu kehren und demonstrativ zu schweigen.

von
Adrian Müller

Einen Tag vor der Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach formiert sich Widerstand gegen den erwarteten Grossaufmarsch der Glatzen: Das «Bündnis Sempach gegen rechtsextreme Aufmärsche» will mit demonstrativer Stille gegen die Neofaschisten protestieren.

Die Gruppe meldete sich bei der Redaktion von 20 Minuten Online aufgrund des gestrigen Artikels. Aus Angst vor Übergriffen durch Rechtsextreme wollen die verantwortlichen Personen vorerst anonym bleiben - sie waren auch nur schriftlich erreichbar.

Aufruf zum friedlichen Protest

Das Bündnis bestehe aus einer Handvoll Personen, die Unterstützung von Kirchen, Gewerkschaften und politischen Gruppierungen erhalten. In seiner Mitteilung steht: «Sempach braucht ein Klima der Offenheit. Rechtsextremes Gedankengut schadet der Stadt.» Deshalb ruft das Bündnis die Bevölkerung auf, dem Aufmarsch der Rechtsextremen mit aktiver Stille entgegenzutreten. Die Bürger sollen demonstrativ schweigen und sich abwenden, wenn die Glatzen vorbeiziehen. Zudem sollen Bürgerinnen und Bürger Türen, Fenster und Rollläden schliessen, und die Restaurants und Geschäfte sollen ihre Lokale vorübergehend zumachen.

Die Verantwortlichen betonen ausdrücklich, dass mit einfachen, legalen und friedlichen Mitteln gegen die Rechtsextremen protestiert werden soll.

Kanton fürchtet sich vor einer Eskalation

Beim Kanton Luzern, der die Festivitäten organisiert, ist das Bündnis unbekannt. «Diese Gruppierung kennen wir nicht», erklärt Infochef Urs Hangartner. Die Initiative sei aber «schon recht», sagt er auf Anfrage. Dem Kanton seien hingegen die Hände gebunden. Solange sich die Rechtsextremen an die Regeln halten, könne man nichts gegen sie unternehmen, betont Hangartner. Das wichtigste für den Kanton sei, dass das Fest sauber und friedlich über die Bühne geht: «Wir wollen keine Eskalation.»

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