Fehlende Lizenz: In Sitten dürfen 130 Piloten nicht mehr fliegen
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Fehlende LizenzIn Sitten dürfen 130 Piloten nicht mehr fliegen

In Sitten dürfen zahlreiche Piloten seit dem 20. Juni weder starten noch landen. Der Grund: Ihnen fehlt die Funklizenz in Englisch.

von
mon
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Weil ihnen die Funk-Lizenz in Englisch fehlt, dürfen etwa 130 Piloten in Sitten zurzeit weder starten noch landen.

Weil ihnen die Funk-Lizenz in Englisch fehlt, dürfen etwa 130 Piloten in Sitten zurzeit weder starten noch landen.

Keystone/Laurent Gillieron
Seit dem 20. Juni gilt auch auf Schweizer Regionalflugplätzen mit einer Flugsicherung «English only».

Seit dem 20. Juni gilt auch auf Schweizer Regionalflugplätzen mit einer Flugsicherung «English only».

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Freizeitpiloten, die ihre Lizenz in der lokalen Landessprache erworben haben, dürfen demnach weder starten noch landen.

Freizeitpiloten, die ihre Lizenz in der lokalen Landessprache erworben haben, dürfen demnach weder starten noch landen.

Keystone/Laurent Gillieron

Etwa 130 Piloten müssen in Sitten auf dem Boden bleiben. Der Grund: Seit dem 20. Juni gilt auch auf Schweizer Regionalflugplätzen mit einer Flugsicherung «English only». Freizeitpiloten, die ihre Lizenz in der lokalen Landessprache erworben haben, dürfen demnach weder starten noch landen.

Jean-Yves Bonvin, Präsident des Aéroclub Valais, ärgert das besonders: «In der Schweiz sind die Anforderungen bei der Sprachprüfung im Vergleich zu anderen Ländern viel höher.» Wie er zum «Walliser Boten» sagt, müssten die betroffenen Privatpiloten, ein grosser Teil davon Segelflieger, nicht nur die Funk-Lizenz auf Englisch nachholen, sondern zusätzlich zwei Prüfungen absolvieren. Für ihn ist der Fall klar: «Man hat nun im Bereich des nicht gewerbsmässigen Sichtflugs ein Problem kreiert, wo es keines gab.»

«Reduktion von sprachlichen Missverständnissen»

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) verteidigt den Entscheid. Mit der Einführung von «English only» werde lediglich einer Sicherheitsempfehlung der Eurocontrol sowie des Civil Aviation Safety Office (CASO) nachgekommen: «Die Vereinheitlichung auf ‹English only› reduziert die Gefahr von sprachlichen Missverständnissen und damit von Sicherheitsrisiken bei der Erbringung dieser Dienstleistungen.»

Zudem habe es laut Bazl in der Vergangenheit genug Vorfälle gegeben, die wegen unzureichender Kommunikation tragisch geendet hätten: «Der Crossair-Absturz im Januar 2000 ist nur einer von vielen weltweit.» Ausserdem seien dem Bazl in den letzten Jahren wiederholt Vorfälle gemeldet worden, die auf Kommunikationsschwierigkeiten der Piloten insbesondere auf kleinen Flugplätzen zurückzuführen waren.

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