Aktualisiert 06.04.2020 11:55

Corona-Fragebogen

«In Spanien wird ganz streng kontrolliert»

Heute mit Dominique Aegerter (29), der in dieser Saison in der MotoE und als Test- und Ersatzpilot im Honda-Superbike-Team unter Vertrag steht.

von
E. Tedesco
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Raoul Petretta, Fussball:«Mir bricht es das Herz zu sehen, welch schwere Zeiten Italienerinnen und Italiener derzeit durchmachen.»

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epa/Katia Christodoulou
Stefanie Vögele, Tennis:«Ich habe im Januar am Flughafen in Hongkong zum ersten Mal etwas über das Virus gelesen. Ich hätte aber niemals gedacht, dass es so schnell zu uns kommt und zwei Monate später alles lahmlegt.»

Stefanie Vögele, Tennis:«Ich habe im Januar am Flughafen in Hongkong zum ersten Mal etwas über das Virus gelesen. Ich hätte aber niemals gedacht, dass es so schnell zu uns kommt und zwei Monate später alles lahmlegt.»

FreshFocus/urs Lindt
Thomas Bickel, Fussball:«Zurzeit lassen sich Dinge tun, für die man sich sonst keine oder wenig Zeit genommen hat, wie zum Beispiel Kochen oder Lesen.»

Thomas Bickel, Fussball:«Zurzeit lassen sich Dinge tun, für die man sich sonst keine oder wenig Zeit genommen hat, wie zum Beispiel Kochen oder Lesen.»

Keystone/Ennio Leanza

Wie sehr macht Ihnen das Coronavirus Angst?

Ich habe sicher einen gewissen Respekt und es ist auch ein wenig Angst dabei.

Welchen Einfluss hat die aktuelle Lage auf Ihren Alltag

Für jemanden der sich wie ich normalerweise viel im Freien aufhält, hat das natürlich einen grossen Einfluss. Ich bin nach Spanien gekommen, um zu testen. Die Tests sind dann aber aufgrund der immer ernster werdenden Lage rund ums Coronavirus schliesslich abgesagt worden. Ich habe mich dennoch entschieden, in Barcelona zu bleiben, um hier zu trainieren. Wegen der strikten Ausgangssperre kann ich aber leider nicht mehr auf dem Töff trainieren.

Halten Sie sich strikt an die Verordnungen der Behörden

Ganz klar. Man macht das ja nicht nur für sich, sondern für uns alle. In Spanien wird von der Polizei und vom Militär aber auch ganz streng kontrolliert.

Wie trainieren Sie in Spanien, wenn sie aber in einem Appartement festsitzen?

Freestyle! Ich habe einen grossen Garten und kann 30 Meter hin und her joggen… (lacht) Nein, im Ernst: Joggen geht wegen der Ausgangssperre nicht, aber ein ortsansässiger Trainer hat mir einige Fitnessgeräte zur Verfügung gestellt. Darunter ein Spinning-Velo für die Ausdauereinheiten. Ich trainiere drei, vier Stunden täglich. Bei schönem Wetter immer im Garten.

Für welche Tätigkeiten gehen Sie noch aus dem Haus

Wir dürfen nur noch zum Einkaufen raus und wenn man in die Apotheke muss.

Wie verbringen Sie die langen Tagen in Einsamkeit

Neben den Trainings und der nötigen Erholung verbringe ich die Zeit damit, meine Kochkünste zu verbessern. Ich möchte lernen, vor allem gesund zu kochen. Dann schaue ich Filme auf Netflix und bin auf Instagram unterwegs. Zudem telefoniere ich regelmässig mit meinen Sponsoren und Freunden. Ich bin ganz gut ausgelastet - und das Putzen habe ich vergessen, zu erwähnen. (lacht) Das Appartement ist jetzt garantiert sauberer als zum Zeitpunkt, an dem ich hier eingezogen bin.

Welche Corona-Challenge haben Sie ausprobiert?

Ich war tatsächlich schon für einige nominiert. Ich habe die Liegestütz-Challenge mitgemacht und das WC-Papier «umeschutte». Aber zum Glück werden es langsam weniger.

Was fehlt Ihnen derzeit am meisten?

Der Töff! Ich habe einen langen Winter hinter mir und vermisse es, wieder auf dem Motorrad zu sitzen. Das macht es auch manchmal schwierig, mich zu motivieren, wenn ich daran denke, wie lange es noch dauern könnte.

Haben Sie wegen der Corona-Krise Existenzängste?

Nein, aber ich stelle mir schon die Frage, was die Corona-Krise auslösen wird und wie es in Bezug auf meine Sponsoren weitergehen wird, wenn das einmal ausgestanden ist. Denn wenn keine Rennen gefahren werden, kommt auch kein Sponsorengeld rein.

Wie schöpfen Sie in solchen Zeiten Zuversicht?

Dass es irgendwann nicht mehr Infizierte gibt, die Ärzte etwas dagegen machen und wir irgendwann wieder zu Normalität zurückkehren können.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Verbote aufgehoben werden?

Dass ich mich auf meinen Töff setzen und endlich ausfahren kann.

Welche Botschaft haben Sie an Ihre Fans?

Bleibt positiv und befolgt unbedingt die Anweisungen der Behörden. Und wenn euch langweilig ist, folgt mir auf Facebook und Instagram.

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