Neue Netflix-Serie: In «The Empress» wird Kaiserin Sisi zur modernen Rebellin

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Neue Netflix-SerieIn «The Empress» wird Kaiserin Sisi zur modernen Rebellin

Erneut wird das Leben der ikonischen Monarchin von Österreich zum Thema einer Unterhaltungsserie. Doch dieses Mal soll es düsterer, tiefgründiger und exzentrischer werden.

von
Katrin Ofner
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Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth sind erneut Thema einer Serie. 

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth sind erneut Thema einer Serie. 

Netflix
Netflix veröffentlicht am 29. September mit «The Empress» eine sechsteilige Serie rund um die junge Kaiserin von Österreich und ihre ersten Jahre am strengen Wiener Hof. 

Netflix veröffentlicht am 29. September mit «The Empress» eine sechsteilige Serie rund um die junge Kaiserin von Österreich und ihre ersten Jahre am strengen Wiener Hof. 

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Neben der Liebesgeschichte zwischen Sisi und Franz…

Neben der Liebesgeschichte zwischen Sisi und Franz…

Thomas Schenk

Darum gehts

2023 steht ihr 125. Todestag an, in diesem Jahr an Weihnachten ist ihr 185. Geburtstag: Diese Daten dürften jedoch nur am Rande damit zu tun haben, dass Kaiserin Elisabeth und ihr Leben als Stoff für Film- und Fernsehproduktionen wieder so angesagt ist. Vergangenes Jahr brachte etwa RTL die Serie «Sisi» hervor, 2022 folgte Marie Kreutzers Kinofilm «Corsage», erst kürzlich erschien der Roman «Sisi» von Karen Duves und wäre all das nicht schon genug, legt nun auch der Streamingriese nach.

Nach «The Crown» liefert Netflix am Donnerstag, 29. September, mit «The Empress» neuen royalen Filmstoff. In sechs einstündigen Episoden erzählt «Die Kaiserin», wie die Serie im deutschsprachigen Raum heisst, die ersten Monate der jungen Frau an der Seite von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Wir verraten alles, was man zum Staffelstart wissen muss.

Worum gehts?

Demütigungen, ein hinterhältiger Hofstaat, Putschpläne, Polizeigewalt und Hinrichtungen – «The Empress» ist nichts für romantische Stunden. Das Drama hat die strengen Rollen am kaiserlichen Hof im Fokus. Durch die gediegene Erzählweise sollen viele historische Figuren mehr Platz in der Geschichte einnehmen. Zwar geht es auch um die Liebesgeschichte des Herrscherpaares, doch es wird düsterer als die bisherigen Sisi-Streifen. Im Kaiserreich herrscht grosse Armut, am Wiener Hof ein strenges Regiment. Und als rebellische Frau des österreichischen Monarchen muss sich Sisi als junge Kaiserin unter anderem gegen ihre Schwiegermutter Sophie behaupten.

Ebenso die Politik der Habsburger wird thematisiert, wobei einige Handlungsstränge tatsächlich aktuell sein könnten: Russland zieht Truppen an einer Grenze zusammen, fungiert als unberechenbarer Aggressor. Als dies geschieht, erhebt sich das Volk in Wien aus Protest gegen den Kaiser und Elisabeth muss nun herausfinden, wem sie vertrauen kann und wie hoch der Preis ist, um sich als Hoffnungsträgerin des Volkes zu erweisen.

Wie unterscheidet sich «The Empress» von anderen «Sisi»-Verfilmungen?

«Unser Fokus liegt weniger darauf breit, sondern mehr in die Tiefe der Figuren zu gehen», erklärt Showrunnerin Katharina Eyssen gegenüber dwdl.de. Die bewegende Geschichte der Kaiserin soll für das heutige Publikum erzählt werden und Sisi entspreche daher auch einem modernen Frauenbild. Hauptdarstellerin Devrim Lingnau würde, für Eyssen genau dieses verkörpert: intelligent, leidenschaftlich, rebellisch. Deshalb passe sie perfekt in den Cast, betont die Produzentin – und weist darauf hin, dass viele junge Leute «die alten Sissi-Filme gar nicht mehr kennen», was «eine frische und eigene Interpretation von Elisabeth und Franz» ermögliche.

Gedreht wurde übrigens nicht in Österreich, sondern in Deutschland. In Bayreuth filmte man in der Eremitage und im Neuen Schloss, in Eckersdorf – einer Gemeinde im Landkreis Bayreuth – durfte das Schloss Fantaisie mit Park als Kulisse dienen. Bitter: Bereits in der ersten Sequenz des Trailers ist nicht etwa das Wiener Schloss Schönbrunn zusehen, sondern das Neue Schloss Bayreuth. 

Wer sind die Hauptcharaktere?

In die Rolle der Kaiserin schlüpfte die bisher wenig bekannte Devrim Lingnau (24), in jene des Kaisers Philip Froissant. Der 28-Jährige spielte bereits im Netflix-Film «Schwarze Insel» mit. Melika Foroutan (46) verkörperte die Mutter des Kaisers, Sophie, und Jördis Triebel (44) ihre Schwester Ludovika. Franz’ Bruder Maximilian wird gespielt von Johannes Nussbaum (27) und fällt in der Serie durch seine eigenen Politik- und Moralvorstellungen auf. Ebenso der ganz junge Kaiserbruder: «Luziwuzi», also Ludwig Viktor, gespielt von Felix Nölle, der sich später schwul auslebte, zeigt als kleiner Junge exzentrische Züge.

Was darf man sich von den Kostümen erwarten?

Die Kleider der historisch angesiedelten Serie fallen prachtvoll und opulent aus. Kostümbildnerin Gabriela Reumer hat sich an die Herausforderungen gewagt – und viel Vorbereitung investiert. «Zuerst bin ich nach Wien gefahren. Dort habe ich mir eine Woche lang alle Schauplätze angeschaut und bin stundenlang in diesen Schlössern herumgelaufen», sagt Reuemer gegenüber der «Vogue». Und weiter: «Natürlich habe ich auch viele Bücher gelesen und mir viele Haute-Couture-Shows angeschaut.»

Sie habe jedoch mit dem damaligen Stil zu kämpfen gehabt, erzählt sie: «Um 1850 waren Frauen wie Möbelstücke. Sie waren damals so geschmückt, man könnte sagen dekoriert, damit man sie anschaut. Aber das passte für mich nicht zur Geschichte von Sisi, dieser Frau, die sich emanzipiert und von der Unterdrückung und den Machtspielen befreit.» Für die komplette Serie wurden 2000 Kostüme gebraucht, wovon die meisten neu gefertigt wurden.

Wirst du dir «The Empress» anschauen?

Gibt es für «The Empress» Konkurrenz?

Ja! Am 12. Dezember erscheint die zweite Staffel von «Sisi» auf RTL+. Ein Monat früher geht am 9. November mit «The Crown» das Drama rund um Queen Elizabeth, (damals noch) Prinz Charles und Lady Di in die bereits fünfte Runde auf Netflix. Diesmal werden die 1990er-Jahre der britischen Monarchie und Gesellschaft behandelt. 

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