Wirkstoff Aducanumab - In USA erstmals wieder Medikament gegen Alzheimer zugelassen
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Wirkstoff AducanumabIn USA erstmals wieder Medikament gegen Alzheimer zugelassen

Seit fast 20 Jahren ist in den USA keine neuartige Behandlungsmethode mehr zugelassen worden. Doch der Wirkstoff Aducanumab ist umstritten.

Nach 20 Jahren Forschung wurde in den USA erstmals wieder ein Medikament gegen Alzheimer zugelassen – wenn auch ein umstrittenes. (Symbolbild) 

Nach 20 Jahren Forschung wurde in den USA erstmals wieder ein Medikament gegen Alzheimer zugelassen – wenn auch ein umstrittenes. (Symbolbild)

DPA

Darum gehts

  • Der Wirkstoff Aducanumab wurde von der US-Arzneimittelbehörde zur Behandlung von Alzheimer zugelassen.

  • Zur Zulassung haben sich mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler skeptisch geäussert, weil die Wirksamkeit umstritten ist.

  • Der Hersteller, der US-Biotechnologiekonzern Biogen, bemüht sich seit Oktober auch für eine Zulassung in der EU.

Trotz umstrittener Wirksamkeit hat die US-Arzneimittelbehörde FDA ein neues Alzheimer-Medikament zugelassen. Der Wirkstoff Aducanumab sei die erste neuartige Behandlungsmethode gegen die neurodegenerative Erkrankung, die seit 2003 zugelassen worden sei, teilte die FDA am Montag mit. Das vom US-Biotechnologiekonzern Biogen entwickelte Medikament soll Patientinnen und Patienten mit Alzheimer im Frühstadium als monatliche Infusion gegeben werden und den Abbau der Geisteskraft stoppen. Es ist damit auch der erste in den USA zugelassene Wirkstoff, der dem Fortschritt der Krankheit und nicht nur Symptomen entgegenwirken soll.

Die Wirkung ist umstritten

Wie gut Aducanumab wirkt, ist allerdings umstritten: Ein internes Beratergremium der FDA hatte sich gegen die Zulassung ausgesprochen, mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich öffentlich skeptisch geäussert. Zahlreiche Patienten-Organisationen hatten sich jedoch für die Zulassung stark gemacht.

2019 waren zwei klinische Studien zur Erprobung von Aducanumab, das unter dem Namen Aduhelm vermarktet wird, wegen fehlender Aussicht auf Erfolg abgebrochen worden. Analysen eines unabhängigen Expertengremiums hätten gezeigt, dass der getestete Antikörper nicht wie erhofft den Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit bremst, hatte Biogen damals mitgeteilt. Vorangegangene Untersuchungen hatten zunächst vielversprechende Ergebnisse geliefert – Eiweissablagerugen, die bei Alzheimer-Patientinnen und Patienten im Gehirn zu finden sind, schienen sich zu reduzieren, die Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit schien sich zu verlangsamen.

«Wir sind uns der Aufmerksamkeit rund um diese Zulassung sehr bewusst», hiess es nun von der FDA. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen von Aducanumab grösser sei als die Risiken. Der Wirkstoff werde nun weiter genau beobachtet werden, zudem müsse der Hersteller weitere Studien vornehmen. «Wenn der Wirkstoff nicht so wirkt wie vorgesehen, können wir Schritte unternehmen, um ihn wieder vom Markt zu holen.»

«Historischer Moment»

Biogen-Chef Michel Vounatsos bezeichnete die FDA-Zulassung als einen «historischen Moment», der einen «Katalysator für eine neue Ära der Alzheimer-Forschung» darstellen werde. Der Hersteller bemüht sich auch um eine Zulassung in der EU. Ein entsprechender Antrag wurde im Oktober 2020 bei der europäischen Arzneimittelagentur Ema gestellt.

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(DPA/sys)

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