Gewaltiges Erbe: In vielem steckt heute noch ein Stück Einstein
Aktualisiert

Gewaltiges ErbeIn vielem steckt heute noch ein Stück Einstein

Vor 60 Jahren starb der legendäre Physiker Albert Einstein. Doch noch heute lebt er in vielen Dingen des Alltags weiter.

von
B. Vonarburg
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Auch 60 Jahre nach seinem Tod lebt der Geist Albert Einsteins weiter.

Auch 60 Jahre nach seinem Tod lebt der Geist Albert Einsteins weiter.

Keystone/AP/str
Zwar hat Einstein den Laserpointer nicht erfunden, dafür aber die Theorie dahinter.

Zwar hat Einstein den Laserpointer nicht erfunden, dafür aber die Theorie dahinter.

PD
Gemäss der berühmten Formel E=mc2 lässt sich eine kleine Masse in eine ungeheure Menge Energie umwandeln. Die Explosion der Atombomben im Zweiten Weltkrieg bestätigte das auf grausame Weise.

Gemäss der berühmten Formel E=mc2 lässt sich eine kleine Masse in eine ungeheure Menge Energie umwandeln. Die Explosion der Atombomben im Zweiten Weltkrieg bestätigte das auf grausame Weise.

Keystone/AP/str

Das grösste wissenschaftliche Verdienst Albert Einsteins beschreibt Tilman Sauer, Wissenschaftshistoriker an der Universität Bern, so: «Einstein brachte uns eine neue Vorstellung von Raum und Zeit. Er kam zu grundlegenden Einsichten, die sehr viel später Anwendungen fanden.» Der grosse Theoretiker tüftelte aber auch selbst gern an technischen Erfindungen. Dies allerdings weniger erfolgreich. Eine Übersicht:

Laserpointer

Vor 99 Jahren veröffentlichte die Physikalische Gesellschaft Zürich eine Arbeit, deren praktische Anwendung wir heute am Schlüsselanhänger mit uns herumtragen: billige, batteriebetriebene Laser.

Das scharf gebündelte, einfarbige Licht eignet sich nicht nur als Zeigegerät, sondern auch zum Ablesen gespeicherter Daten auf CDs und DVDs oder als Skalpell in der Medizin. Der Laser basiert auf einer Wechselwirkung zwischen Atomen und Lichtteilchen, die Einstein vorausgesagt hat. Bei seinen Berechnungen hatte er allerdings nicht an Anwendungen gedacht. Es brauchte weitere raffinierte Überlegungen, bis daraus eine Technik entstand, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Atombombe

Gemäss der berühmten Formel E=mc² lässt sich eine kleine Masse in eine ungeheure Menge Energie umwandeln. Als Einstein dieses Naturgesetz 1905 aus seiner speziellen Relativitätstheorie ableitete, hatte er keine Ahnung, dass es 40 Jahre später auf besonders schreckliche Art bestätigt würde – bei der Explosion der Atombomben am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Einstein war am Bau der Bomben nicht beteiligt, befürwortete ihn aber in einem Brief an den damaligen US-Präsidenten Franklin Roosevelt. Die Umwandlung von Masse in Energie ist auch die Grundlage für die friedliche Nutzung der Kernenergie in Atomkraftwerken. Einstein selbst wurde später zum Pazifisten.

Katzenbuckelflügel und Kompass

1916 hob in Berlin ein besonderer Doppeldecker ab – aber nur kurz. Das Flugzeug war mit einer Tragfläche in Form eines Katzenbuckels ausgerüstet – eine Erfindung von Einstein, mit der er sich tüchtig blamierte.

Die Maschine hing «wie eine schwangere Ente» in der Luft, und der Testpilot war heilfroh, dass er unversehrt landen konnte. Auch ein Kühlschrank, den Einstein entwickelte, ging nie in Serie. Tantiemen brachte ihm hingegen die Entwicklung eines Kompasses.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

Einsteins Leben als Weltbürger

Geboren wurde Albert Einstein 1879 in Ulm. Er studierte an der ETH in Zürich, erhielt den Schweizer Pass und arbeitete sieben Jahre lang als Beamter auf dem Patentamt in Bern. Hier gründete er mit seiner Studienkollegin Mileva Mariç eine Familie und veröffentlichte die meisten seiner berühmten Arbeiten. Die Ehe ging in die Brüche, als Einstein nach Berlin zog, wo er bis zur Machtübernahme der Nazis an der Preussischen Akademie der Wissenschaften forschte und lehrte. 1933 emigrierte er zusammen mit seiner zweiten Ehefrau in die USA, wo er bis zu seinem Tod lebte. Er wünsche sich, «mit Grazie zu sterben», soll Albert Einstein gesagt haben. Er starb am 18. April 1955 an einer gerissenen Arterienerweiterung. Eine Operation hatte der 76-Jährige abgelehnt.

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