Aktualisiert 18.07.2016 09:17

Kritik an Hundepark-Idee

«In Weltstädten gibt es diese Hundeparks»

Der Hundepark-Vorstoss der SP wird parteiintern zerrissen. Ständerätin Anita Fetz diagnostiziert der Parteiführung gar einen «Sonnenstich». Präsidentin Brigitte Hollinger verteidigt sich.

von
lha
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Der Eindruck täuscht: SP-Präsidentin Brigitte Hollinger (links) muss von ihrer Ständerätin Anita Fetz (mitte) harsche Kritik einstecken.

Der Eindruck täuscht: SP-Präsidentin Brigitte Hollinger (links) muss von ihrer Ständerätin Anita Fetz (mitte) harsche Kritik einstecken.

Keystone/Georgios Kefalas
Fetz echauffiert sich über den Hundepark-Vorstoss, mit dem ihre Partei in den Wahlkampf für die Grossratswahlen im Herbst stieg. Die Idee wurde von den Medien breitgewalzt.

Fetz echauffiert sich über den Hundepark-Vorstoss, mit dem ihre Partei in den Wahlkampf für die Grossratswahlen im Herbst stieg. Die Idee wurde von den Medien breitgewalzt.

Keystone/Peter Klaunzer
Den Sommerloch-Füller steuerte Grossrätin Tanja Soland zu einem Vorstoss-Paket zur Belebung der Innenstadt bei.

Den Sommerloch-Füller steuerte Grossrätin Tanja Soland zu einem Vorstoss-Paket zur Belebung der Innenstadt bei.

Roland Schmid

Frau Hollinger, Anita Fetz ist empört über das Vorstoss-Paket zur Belebung der Innenstadt, worin mitunter ein zentral gelegener Hundepark gefordert wird, und behauptet, Sie hätten einen Sonnenstich. Hat Fetz recht?

Brigitte Hollinger: Nein, natürlich nicht. Ich gehe davon aus, dass man auch als Politiker mal eine visionäre Idee deponieren darf. Klar wird beim Hundepark jetzt viel über den Ort diskutiert, aber es ist ein legitimes Anliegen. Ich bekam auch positive Rückmeldungen von Wählern, die sagten, dass sie genau so Visionäres von Politikern erwarten.

Parteiintern und auch von der Juso wurde die fehlende Relevanz der Vorstösse moniert und dass dabei die Kernthemen der SP abseits stehen.

Die Fraktion macht viele Vorstoss-Pakete mit gehaltvollem Inhalt. Zum Beispiel beim Thema Wohnraum. Und Tanja Soland hat unlängst einen Steuerabzug gefordert, der viele entlasten würde.

Anita Fetz sagte in der «Schweiz am Sonntag», man dürfe sich nicht wundern, wenn der Hundepark im Sommerloch für Schlagzeilen sorge. Waren Sie überrascht?

Ja natürlich, zumal wir im Vorfeld viele andere substanzielle Vorstösse machten. Die Fraktion hat im Grossen Rat wirklich vieles zustande gebracht, aber das wurde nicht wahrgenommen. Das ist wirklich betrüblich.

Wir gehen Sie mit der Kritik um, die von Parteigrössen wie Anita Fetz und Alt-Präsident Roland Stark vorgebracht wurde?

Ich habe damit kein Problem. Ich bin da hart im Nehmen. Kritik an der Sache gehört dazu, das muss man aushalten können. Ich bin da ziemlich entspannt, das gehört einfach zu meinem Job.

Rückblickend betrachtet, würden Sie nochmal alles gleich machen und mit dem umstrittenen Vorstoss-Paket wieder an die Öffentlichkeit gehen?

Ja, natürlich. Man geht mit allen Vorstössen an die Öffentlichkeit. Wir haben als Politiker als Instrument ja nur das Wort. Das muss man unter die Leute bringen. Dabei darf man auch Denkschablonen ablegen. Es ist erlaubt und sogar angezeigt, visionär zu denken. Wäre Tanja Solands Hundepark-Vorstoss jetzt neu auf dem Tisch, würden wir ihn wieder bringen. Dazu muss ich noch sagen, ich bin viel gereist. Und fast überall in den grossen Weltstädten wie Tokio oder New York gibt es diese Hundeparks. Mir ist aber schon klar, Basel ist keine Weltstadt und muss es auch nicht sein. Jedoch über Neues nachzudenken, sollte erlaubt sein.

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