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Lieber Phil GeldIn wie vielen Raten darf ich die Steuern bezahlen?

Toni (34) möchte seine Steuern in Raten über Posteinzahlungen bezahlen. Wie viele Raten sind maximal erlaubt?

Die Anzahl Raten für die Steuereinzahlungen können von den Steuerzahlern nicht beliebig gewählt werden.

Die Anzahl Raten für die Steuereinzahlungen können von den Steuerzahlern nicht beliebig gewählt werden.

Lieber Phil Geld

Lieber als für Leerläufe bei Staat, Bund und Kantonen Steuern zu bezahlen, würde ich das Geld der Post geben. Wenn ich nun die Steuern in 5-Franken-Schritten mit einem roten Einzahlungsschein am Postschalter einzahle, dann würde dem Empfänger pro Einzahlung jeweils Fr. 1.50 belastet. So wäre bei einer Steuersumme von 10'000 Franken der effektiv zur Verfügung stehende Betrag noch 7000 Franken. Steht diesem Vorgehen etwas entgegen – ausser die Empörung der Steuerämter?

Lieber Toni

Dein Plan funktioniert nicht. Die Anzahl Raten für die Steuereinzahlungen können von den Steuerzahlern nicht beliebig gewählt werden. Im Kanton Zürich zum Beispiel sind sie in Paragraf 50 der «Verordnung zum Steuergesetz» festgehalten. Dort sind der 30. Juni, 30. September und der 31. Dezember als Termine für Ratenzahlungen vorgesehen. In anderen Kantonen ist es nicht viel anders.

Wer tatsächlich ein Problem damit hat, die Steuern auf diese drei Termine hin fristgerecht zu bezahlen, sollte sich mit seinem Gemeindesteueramt in Verbindung setzen. Im Kanton Zürich dürfen die Gemeinden den Betrag auch in sieben Raten, also monatlich per 30. Juni bis per 31. Dezember, anfordern.

Es besteht auch die Möglichkeit, gleich zu Beginn den ganzen Betrag einzubezahlen. Einige Kantone bezahlen dann einen Vorauszahlungszins. Im Kanton Aargau ist es 1 Prozent, in Zürich sind es 1,5 Prozent und im Kanton Zug sogar 2 Prozent. Wer die Steuerrechnung nicht rechtzeitig bezahlt, wird hingegen mit einem Verzugszins belastet. Dieser beträgt je nach Kanton zwischen 2 und 5 Prozent.

Mit deinem Unmut wegen hoher Steuern bist du wahrscheinlich nicht allein. Doch deswegen die Steuerbeamten schikanieren zu wollen, ist unsinnig. Sie setzen bloss um, was auf politischer Ebene beschlossen wurde. In der Schweiz werden die Steuern in demokratischen Prozessen festgelegt. Wenn du der Überzeugt bist, dass die Steuern zu hoch sind, dann musst den politischen Weg wählen und jenen Politikern deine Stimme geben, die sich für einen weniger teuren Saat einsetzen. In vielen Gemeinden wird der Steuersatz jährlich durch die Gemeindeversammlung festgesetzt. An diesen Orten kannst du also sogar direkt beim Steuersatz mitbestimmen. So funktioniert die Schweiz.

Freundlich grüsst

Phil Geld

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