Winterthur: IS-Rückkehrer V.L. (23) gilt als Leitfigur der Islamisten-Gruppe «Jamat»
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WinterthurIS-Rückkehrer V.L. (23) gilt als Leitfigur der Islamisten-Gruppe «Jamat»

Seit rund drei Jahren radikalisieren sich in Winterthur junge Islamisten in einer Gruppe, die sich «Jamat» nennt. Als eine der Leitfiguren gilt V.L. Der 23-Jährige reiste 2014 nach Syrien und schloss sich damals der Terrormiliz IS an.

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 V. L. aus Winterthur reiste 2014 zusammen mit seiner Schwester E. L. (links mit Kopftuch, rechts ohne) ins Gebiet des Islamischen Staates in Syrien.

V. L. aus Winterthur reiste 2014 zusammen mit seiner Schwester E. L. (links mit Kopftuch, rechts ohne) ins Gebiet des Islamischen Staates in Syrien.

DHA/Fatih Karacali
2015 kehrten die Geschwister in die Schweiz zurück und wurden am Flughafen verhaftet. Das Jugendgericht Winterthur verurteilte die beiden 2019. Sie erhielten eine bedingte Freiheitsstrafe.

2015 kehrten die Geschwister in die Schweiz zurück und wurden am Flughafen verhaftet. Das Jugendgericht Winterthur verurteilte die beiden 2019. Sie erhielten eine bedingte Freiheitsstrafe.

gerichte-zh.ch
2019 wurde L. wieder festgenommen. Zuvor war es in drei Kantonen, unter anderem in Zürich, zu elf Hausdurchsuchungen wegen Terrorverdachts gekommen.

2019 wurde L. wieder festgenommen. Zuvor war es in drei Kantonen, unter anderem in Zürich, zu elf Hausdurchsuchungen wegen Terrorverdachts gekommen.

Darum gehts

  • 2017 wurde die An’Nur-Moschee geschlossen.

  • Seitdem radikalisiert sich der Nachwuchs in einer Gruppe, die sich «Jamat» nennt.

Seit der Schliessung der An’Nur-Moschee im Sommer 2017 hat sich die Szene neu formiert. Wie der «Landbote» berichtet, werden in einer Gruppe, die sich «Jamat» nennt, mehrere Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren radikalisiert.

2018 habe die «Jamat», was auf Arabisch so viel wie «Gemeinschaft» heisst, begonnen, sich in einem Proberaum für Musiker in Winterthur-Töss zu treffen. Ins «Rümli» kamen neben jungen Männern aus der Region Winterthur auch Personen aus Schaffhausen, St. Gallen und Thun. Als die Sicherheitsbehörden davon erfuhren, verwanzten sie das Lokal, schreibt der «Landbote».

Zu den Leitfiguren der Szene zähle unter anderem der Sohn des ehemaligen An’Nur-Imams. Auch der 23-jährige V.L.* sei dabei. L. reiste als 16-Jähriger zusammen mit seiner ein Jahr jüngeren Schwester nach Syrien und schloss sich der Terrormiliz IS an. Nach ihrer Rückkehr wurden beide zu bedingten Haftstrafen verurteilt.

2019 wurde L. an seinem Wohnort in einer Gemeinde im Kanton Zürich wieder festgenommen. Zuvor war es in drei Kantonen zu elf Hausdurchsuchungen wegen Terrorverdachts gekommen. Beschuldigt wurden sechs Erwachsene und fünf Teenager.

*Name der Redaktion bekannt

(20 Minuten)

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