Aktualisiert 14.08.2019 12:16

Street Parade

«In zehn Minuten wurde ich viermal begrapscht»

Die Berner Musikerin Moo Malika war am Samstag an der Street Parade – und wurde mehrere Male am Po angefasst. Sie hat klare Worte an die Grapscher.

von
mim
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Die Berner Musikerin Moo Malika war am vergangenen Samstag an der Street Parade – dort machte sie einige unschöne Erfahrungen: Sie musste sich mehrmals gegen Grapschattacken wehren.

Die Berner Musikerin Moo Malika war am vergangenen Samstag an der Street Parade – dort machte sie einige unschöne Erfahrungen: Sie musste sich mehrmals gegen Grapschattacken wehren.

Instagram/moo.malika
Auf Instagram schreibt sie am Montag: «Was musst du für ein Mensch sein, wenn du heimlich jemanden begrapschst?»

Auf Instagram schreibt sie am Montag: «Was musst du für ein Mensch sein, wenn du heimlich jemanden begrapschst?»

Instagram/moo.malika
Die Musikerin war zu Beginn der Parade mit Freunden auf einem Love Mobile unterwegs – dort hat sie gemäss dem Post «absolut nichts Negatives» erlebt: «Ich konnte sieben Stunden durchtanzen. Liebe pur, Freude und sooo viele Lacher!»

Die Musikerin war zu Beginn der Parade mit Freunden auf einem Love Mobile unterwegs – dort hat sie gemäss dem Post «absolut nichts Negatives» erlebt: «Ich konnte sieben Stunden durchtanzen. Liebe pur, Freude und sooo viele Lacher!»

Instagram/moo.malika

«Was musst du für ein Mensch sein, wenn du heimlich jemanden begrapschst? Minusmensch!», schreibt die Berner Musikerin Moo Malika (25) am Montag auf Instagram. Im Post thematisiert sie ihren Besuch an der diesjährigen Street Parade – und beschreibt, wie sie sich mehrere Male gegen Grapschattacken wehren musste.

«Am Anfang war ich auf einem Love Mobile und es war der Wahnsinn – ich habe umgeben von Liebe und Frieden durchgetanzt», so Moo im Post. Die Stimmung änderte sich aber, als sie den Wagen verliess: «Kaum war ich in der Menschenmenge, haben mir innerhalb von zehn Minuten vier Idioten in den Po gekniffen.»

Einer der Männer wollte sie verprügeln

Sie gab mit Worten und Händen zurück, «und meine Freundin hat einem der Typen Wasser ins Gesicht geleert». Dieser Mann wurde daraufhin aggressiv und wollte sich sogar mit der Frauengruppe prügeln.

Die restlichen Männer hätten sich jedoch schnell entfernt, erzählt Moo gegenüber 20 Minuten: «Alle liefen sofort weg und haben mich keines Blickes mehr gewürdigt. Als wüssten sie, dass sie das verdient haben.»

Sie hatte ihre Hand permanent vor dem Hintern

Nach den Vorfällen habe sie sich gefühlt «wie ein Reh während der Jagdsaison». «Ich war den Tränen nahe und hatte eine Hand permanent vor meinem Hintern, um mich zu schützen», sagt sie.

Schliesslich sei sie dann früher nach Hause gegangen: «Obwohl vorher alles wie ein Traum war, fuhr ich mit dem nächsten Zug zurück nach Bern. Für solche Scheisse bin ich mir zu wertvoll.»

Sie fühlt sich missbraucht

Wieso sie die Geschichte mit ihren Insta-Followern teilt? Um auf die Thematik aufmerksam zu machen: «Es darf nicht sein, dass solches Verhalten Normalität wird.»

Sie selbst erlebe solche Übergriffe immer wieder: «Im Ausgang passiert es leider ständig. Auch am Züri-Fäscht waren die Grapschereien unerträglich.»

Es sei wichtig, sich zu wehren

Um solche Vorfälle zu verhindern, ist es gemäss Moo wichtig, sich zu wehren – auch wenn die Männer in Gruppen unterwegs sind: «Man soll Selbstverteidigungskurse belegen und vorbereitet sein. Ich will zeigen, dass Frauen nicht das schwache Geschlecht sind.»

Die Bernerin stellt aber auch klar, dass nicht alle Männer Täter sind: «Die meisten sind auf unserer Seite und helfen uns, wenn sie sehen, dass wir belästigt werden.»

Sie wird trotzdem noch an die Parade gehen

Moo Malika findet es traurig, dass in der Menge «so viele Menschen ihre Hemmungen verlieren». Die Vorfälle gehen ihr nahe: «Ich fühle mich dann jedes Mal missbraucht.»

Sie wolle aber auch in Zukunft an der Street Parade teilnehmen: «Dann gehe ich aber sicher wieder auf ein Love Mobile.»

Das sagen die Veranstalter

«Wir verurteilen den Vorfall aufs Schärfste», sagt Street-Parade-Sprecher Stefan Epli auf Anfrage von 20 Minuten. Ihm seien keine weiteren Fälle von Belästigung bekannt. Die Veranstalter arbeiten sehr eng mit der Stadtpolizei Zürich zusammen und wissen darum über Meldungen und Vorfälle im Rahmen der Parade Bescheid.

Demnach melden wohl die wenigsten Betroffenen Grabschattacken der Polizei – die Dunkelziffer dürfte hoch sein. So sagten am Samstag auch Parade-Teilnehmerinnen gegenüber dem Liveticker-Team von 20 Minuten, dass sie bereits um 19.30 Uhr nach Hause gehen würden, da «die Leute mühsam werden und einem an den Arsch greifen»:

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