Walliser Skiorte: In Zermatt soll es «wie in Bagdad» sein – Polizei will Covid-Regeln durchsetzen
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Walliser SkiorteIn Zermatt soll es «wie in Bagdad» sein – Polizei will Covid-Regeln durchsetzen

Die Walliser Kantons- und Gemeindepolizei wird über die Festtage mit einem deutlich verstärkten Aufgebot im Einsatz sein. Der Regierungspräsident macht gar einen Vergleich mit dem irakischen Bagdad.

von
Michelle Muff
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Die Walliser Kantons- und Gemeindepolizei stockt für die Festtage die Ressourcen auf.

Die Walliser Kantons- und Gemeindepolizei stockt für die Festtage die Ressourcen auf.

Kantonspolizei Wallis
«Mehr als 200 Polizeibeamte werden täglich mit einem deutlichen verstärkten Aufgebot in den Stationen sowie auf dem ganzen Kantonsgebiet im Einsatz sein», heisst es in einer Medienmitteilung vom Sonntag. 

«Mehr als 200 Polizeibeamte werden täglich mit einem deutlichen verstärkten Aufgebot in den Stationen sowie auf dem ganzen Kantonsgebiet im Einsatz sein», heisst es in einer Medienmitteilung vom Sonntag.

Kantonspolizei Wallis
Die Strategie habe jedoch «einen sehr präventiven Charakter», sagt Markus Rieder, Chef Kommunikation und Prävention der Kantonspolizei Wallis, gegenüber 20 Minuten. So würden sich die Polizeipatrouillen sehr zurückhalten und nur in Härtefällen eingreifen. 

Die Strategie habe jedoch «einen sehr präventiven Charakter», sagt Markus Rieder, Chef Kommunikation und Prävention der Kantonspolizei Wallis, gegenüber 20 Minuten. So würden sich die Polizeipatrouillen sehr zurückhalten und nur in Härtefällen eingreifen.

Kantonspolizei Wallis

Darum gehts

  • Gemäss Regierungspräsident Christophe Darbellay steht die Polizei bereit, um in den Skiorten die Schutzkonzepte durchzusetzen.

  • Auch in anderen Kantonen ist eine Aufstockung der Einsatzkräfte eine Option.

Die Kantonspolizei Wallis wappnet sich für Weihnachten und Neujahr: Während der kommenden Festtagen wird das Aufgebot an patrouillierenden Polizisten wegen der Corona-Lage aufgestockt. «Mehr als 200 Polizeibeamte werden täglich mit einem deutlich verstärkten Aufgebot in den Stationen sowie auf dem ganzen Kantonsgebiet im Einsatz sein», teilte die Kantonspolizei am Sonntag in einer Medienmitteilung mit. Regierungspräsident Christophe Darbellay sprach in der «NZZ am Sonntag» gar davon, dass es «in Verbier und Zermatt sein wird wie in Bagdad».

«Es werden mehr Polizeipatrouillen unterwegs sein. Man ist vor allem in den Skistationen sowie Städten und grösseren Ortschaften präsent», sagt Markus Rieder, Chef Kommunikation und Prävention der Kantonspolizei Wallis, gegenüber 20 Minuten. Die Polizeipatrouillen würden sich aber sehr zurückhalten: «Die Polizei ist in erster Linie präventiv bei den Skibetrieben vor Ort, um die Leute auf die geltenden Massnahmen hinzuweisen. Die Verantwortung für die richtige Umsetzung der Schutzkonzepte liegt grundsätzlich bei den Bahnbetreibern.»

Wer sich nicht an die Massnahmen hält, wird verzeigt

So liegt es laut Rieder in deren Zuständigkeit, zu kontrollieren, dass die Massnahmen – wie das Abstandhalten oder das Tragen einer Maske – eingehalten werden: «Erst, wenn sich jemand auch nach Eingreifen der Bahnbetreiber weigert, sich an die Regeln zu halten, schaltet sich die Polizei aktiv ein.» In diesen Fällen rücke die Polizei aus, um gemeinsam mit den beiden Parteien eine Regelung zu finden. «Wer sich aber uneinsichtig zeigt und weiter gegen die Massnahmen verstösst, wird von der Kantonspolizei bei der Staatsanwaltschaft verzeigt.»

Die Aufstockung des Personals erlaube, schnell vor Ort zu sein, wenn solche Fälle vorliegen. «Die Kantonspolizei Wallis nimmt laufend Lageeinschätzungen vor. Wenn beispielsweise die Bergbahnen geschlossen werden würden, würde man auch das Einsatzkonzept der Polizei anpassen und gegebenenfalls die Kapazitäten wieder herunterfahren», so Rieder. Er betont, dass zu jeder Zeit die anderen grundlegenden Aufgaben der Polizei nicht vernachlässigt würden.

In anderen Kantonen steht eine Aufstockung zur Debatte

Auch in anderen Kantonen führt man laufend Lageeinschätzungen durch. So auch bei der Kantonspolizei Schwyz. Derzeit habe man das Aufgebot noch nicht verstärkt, wie Mediensprecher Florian Grossman sagt – unter anderem auch, weil der Skibetrieb ab dem 22. Dezember für eine Woche eingestellt sei. Eine Aufstockung der Einsatzkräfte liegt dennoch im Bereich des Möglichen: «Sollte es die Situation erfordern, werden wir unsere Einsatzplanung entsprechend anpassen.»

Auch bei der Stadtpolizei Zürich beobachte man die Lage genau, wie Mediensprecher Stadtpolizei Zürich Marc Surber gegenüber 20 Minuten sagt. Ob man während der Festtage mit einem erhöhten Aufgebot patrouilliert, dazu könne man aus einsatztaktischen Gründen keine Angaben machen. «Anhand von den Einschätzungen werden bei Bedarf Anpassungen im Personalaufgebot vorgenommen.»

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