03.07.2019 10:25

«Switzerländers»«In Zürich weisst du nie, was dich erwartet»

Lynn Valance ist durch und durch Stadtkind. Für die 28-Jährige ist Zürich ein wunderschönes Multikulti-Sammelbecken.

von
Noah Zygmont / Julia Panknin

Das ist Lynns «Switzerländers»-Beitrag – und wo ist deiner? (Video: Manuel Täuber / Tarek El Sayed)

Die Wohnung von Lynn Valance im Herzen des Zürcher Stadtkreises 5 ist ein kreatives Pflanzen-Paradies. Sie besteht aus nur einem grossen, hellen Raum mit Metallstreben an den hohen Decken. Mitten im Zimmer hängt ein Skateboard, das als Schaukel dient. Vor der Couch steht ein Tisch aus Plexiglas. Er ist mit unzähligen Discokugeln gefüllt, in denen sich das Sonnenlicht bricht. Die Tür zum ebenfalls sehr grünen Wintergarten wird von einem Pinguin bewacht. «Ich bin eine Sammlerin und bastle mir gern Sachen aus Fundstücken zusammen», sagt die 28-Jährige.

Lynn ist in der Stadt aufgewachsen, sogar im gleichen Stadtkreis. Sie schwärmt: «Zürich ist so multikulti. Hier trifft sich alles und jeder. Aus allen Regionen, aus allen Landesteilen, aus der Agglo und der City. Die Stadt ist ein wunderschönes Sammelbecken und repräsentiert für mich meine Schweiz.» Auch das Unvorhersehbare finde sie an Zürich toll: «Du weisst eigentlich nie, was dich um die nächste Ecke erwartet oder wer deinen Weg kreuzt», erklärt sie.

«In der Schweiz haben wir viele Privilegien, für die wir gemeinsam dankbar sein sollten»

Es seien diese besonderen Begegnungen, die die Vielfalt unseres Landes widerspiegelten. Sie würde sich deshalb wünschen, dass man in der Schweiz in Zukunft noch offener auf die Diversität zugehe und einfach zufriedener sei. «In der Schweiz haben wir viele Privilegien, für die wir gemeinsam dankbar sein sollten. Dass ich zum Beispiel mit Zeichnen meinen Lebensunterhalt finanzieren kann, ist unglaublich wertvoll und nicht selbstverständlich.»

Lynn Valance ist selbstständige Illustratorin. Zeichnen sei kein Beruf, den man erlernen könne, sagt sie. Deshalb habe sie erst eine Lehre als Köchin gemacht, dabei aber schnell gemerkt, dass ihr das Talent und die Leidenschaft für den Beruf gefehlt habe. Über die Gastro-Szene sei sie dann in Frau Gerolds Garten gelandet.

Switzerländers - Videoaufruf

Switzerländers - Videoaufruf
(Video: M. Täuber / T. El Sayed)

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Rund 250 Schilder, die teils noch heute in der Kult-Location in Zürich-West hängen, hat Lynn gezeichnet. «Ich war sozusagen das Mädchen für alles und konnte mir plötzlich gut vorstellen, die Gestaltung von Dekoration zu meinem Hauptberuf zu machen», erzählt sie. Mit 21 Jahren hat Lynn den Sprung dann gewagt und dank Mund-zu-Mund-Propaganda bald täglich neue Aufträge bekommen.

«Wenn das Telefon mal nicht klingelt, macht man sich sofort Sorgen und Gedanken über die eigene Existenz»

Dennoch durchlebe sie auch heute noch die klassischen Ängste von Selbstständigen: «Wenn das Telefon mal nicht klingelt, macht man sich sofort Sorgen und Gedanken über die eigene Existenz», sagt Lynn. Bisher seien diese zum Glück aber immer unbegründet gewesen.

Häufig angefragt wird Lynn für Architektur- und Produktzeichnungen. Ihre Auftraggeber hätten dabei oft sehr genaue Vorstellungen vom Endprodukt. «Ich versuche dann trotzdem immer, einen kreativen Ansatz für die Vorgaben zu finden und mein Potenzial entsprechend auszuschöpfen.» Am meisten Spass mache ihr allerdings das Bemalen von Wänden. «Da kann ich auf verschiedenen Untergründen malen und mich richtig austoben.»

Als Lynn Valance von «Switzerländers» hörte, überlegte sie nicht lange. Sie wollte ihre Sicht auf ihr Land unbedingt einbringen. Jetzt hast du «ihre Schweiz» kennen gelernt – und wie sieht deine aus? Teile dein Video auf switzerlanders.20min.ch mit uns!

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