Aktualisiert

Inder an Chilbi verprügelt

Die Dorfchilbi in Hombrechtikon endete wüst: In der Nacht auf Montag wurde ein Inder spitalreif getreten und rassistisch beleidigt.

«Etwas Ablenkung» suchte der 45-jährige Inder, der seit über 30 Jahren in der Schweiz lebt: Am Sonntag hatte er vom Tod seines Bruders erfahren. Er suchte Trost bei einer 39-jährigen Freundin. Das «Oldie-Zelt» an der Chilbi Hombrechtikon war noch offen – die beiden setzten sich an die Bar. Kurz nach 2 Uhr wollte die Freundin noch tanzen, drehte sich kurz um. «Als ich zurückschaute, lag er schon am Boden, blutüberströmt», sagt die Kollegin.

Rund um den Inder stand eine Gruppe junger Männer. «Einer schlug auf ihn ein, trat mit seinen Stiefeln zu», sagt sie. «Ich wollte den Mann zur Rede stellen.» Die Antwort: Sie solle die Bar besser verlassen. «Hau ab, du Nigger», soll einer gerufen haben, als sie ihren Kollegen ins Freie schleppte. Sie alarmierte die Polizei, ihr Kollege wurde ins Spital eingeliefert. Diagnose: Nasenbein gebrochen, Gehirnerschütterung. «Sein Gesicht sieht aus wie das meiner Bulldogge», sagt sie.

Die Kantonspolizei bestätigt den Vorfall. Der Verdächtige sei mit einem schwarzen Auto geflüchtet. Trotz dem blutigen Zwischenfall zieht das OK eine positive Bilanz: «Diese Chilbi ist ruhiger abgelaufen als jede andere zuvor», sagte der Hombrechtiker Sicherheitsvorstand Heinz Brandenberger der «Zürichsee-Zeitung».

Adrian Schulthess

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