24 Buben missbraucht?: Inder zeigen 80-jährigen Schweizer an
Aktualisiert

24 Buben missbraucht?Inder zeigen 80-jährigen Schweizer an

Die indische Polizei ermittelt gegen einen 80-jährigen Schweizer: Er soll bis zu 24 Knaben missbraucht haben.

von
Gaudenz Looser

J.S.* wohnt laut Medienberichten seit 20 Jahren in der Nähe der Billigdestination Kovalam im indischen Teilstaat Kerala, fliegt aber regelmässig in die Schweiz. Vier minderjährige Buben haben ihn bei der Polizei angezeigt, doch Sozialarbeiter gehen von rund 24 Opfern aus. Alle Jungen stammten aus armen Familien. Für ihre sexuellen Dienste habe J.S. sie mit Geld und Geschenken belohnt. Einen Jungen ­habe er sogar zu seinem persönlichen Masseur ausbilden lassen, schreibt der «Indian Express». J.S. wurde offenbar nicht verhaftet, musste aber seinen Pass abgeben.

Eine Schweizerin, die sich in der Region humanitär engagiert und J.S. auch schon begegnet ist, berichtet von einer eigentlichen Pädophilenwirtschaft in der Region: «Die ­Buben stehen bei der Ankunft der Charterflüge schon bereit», sagt die Seniorin, die nicht namentlich erwähnt werden möchte. Sogar ihr habe sich letztes Jahr ein etwa Neunjähriger angeboten.

Laut Ruth Ziltener von der Kinderschutzorganisation Marche Blanche schreiten die Behörden vor Ort oft nur zögerlich ein: «Von der Sexarbeit der Kinder leben ganze Familien. Greift die Polizei durch, entzieht sie ihnen die Lebensgrundlage.» Für pädophile Schweizer Senioren, die sich in Asien mit der Rente Lustknaben halten, kennt sie trotzdem kein Pardon: «Man sollte ihm sofort die Rente streichen, wenn er verurteilt wird.» Das Aussendepartement (EDA) konnte gestern noch nichts zum Fall sagen.

* Name der Redaktion bekannt

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