14.09.2020 09:42

EchinaforceSioux-Häuptling gab Schweizer die Anti-Corona-Pflanze

Das Heilmittel Echinaforce soll Coronaviren killen. Hergestellt wird das Mittel von der Schweizer Firma. A. Vogel. Am Anfang stand eine Begegnung des Gründers mit dem Sioux-Häuptling in den USA.

von
Dominic Benz
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Der 1902 geborene Vogel war ein Naturheilkunde-Pionier, schrieb Gesundheitsbücher und tüftelte an Arzneimitteln aus frischen Pflanzen.

Der 1902 geborene Vogel war ein Naturheilkunde-Pionier, schrieb Gesundheitsbücher und tüftelte an Arzneimitteln aus frischen Pflanzen.

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Von handelsüblichen getrockneten Kräutern hielt Vogel nicht viel. Er war überzeugt: Nur die Extrakte von frisch geernteten Pflanzen haben die richtige Wirkung.

Von handelsüblichen getrockneten Kräutern hielt Vogel nicht viel. Er war überzeugt: Nur die Extrakte von frisch geernteten Pflanzen haben die richtige Wirkung.

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Vogel reiste um die Welt und wollte sich von der heilenden Wirkung von Pflanzen selber hautnah überzeugen. Wie die Firma selber schreibt, dauerten seine Reisen teils mehrere Monate. 

Vogel reiste um die Welt und wollte sich von der heilenden Wirkung von Pflanzen selber hautnah überzeugen. Wie die Firma selber schreibt, dauerten seine Reisen teils mehrere Monate.

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Darum gehts

  • Echinaforce soll eine heilende Wirkung bei einer Corona-Infektion haben.
  • Das pflanzliche Mittel stellt die Schweizer Firma A. Vogel her.
  • Am Anfang der Echinaforce-Geschichte steht eine Begegenung des Gründers mit einem Sioux-Häuptling.

Das Naturheilmittel Echinaforce soll ein Corona-Killer sein. Das zeigt eine aktuelle Studie. So hat das renommierte Labor Spiez eine heilende Wirkung bei einer Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Das vermeintliche Wundermittel kommt aber nicht aus einem Labor eines Pharmariesen. Hergestellt wird es von der Firma A. Vogel AG im thurgauischen Roggwil. Gegründet hat das Unternehmen der Schweizer Heilpraktiker Alfred Vogel 1963.

Nur frisch geerntete Pflanzen wirken richtig

Der 1902 geborene Vogel war ein Naturheilkunde-Pionier, schrieb Gesundheitsbücher und tüftelte an Arzneimitteln aus frischen Pflanzen. Von handelsüblichen getrockneten Kräutern hielt Vogel nicht viel. Er war überzeugt: Nur die Extrakte von frisch geernteten Pflanzen haben die richtige Wirkung. Die Basis seiner Theorie war eine gesunde Ernährung.

Seine Forschungen über Kräuter betrieb er nicht an seinem Arbeitstisch in Teufen AR, wo er sich in den 1930er-Jahren niedergelassen hat. Vogel reiste um die Welt und wollte sich von der heilenden Wirkung von Pflanzen selber hautnah überzeugen. Wie die Firma selber schreibt, dauerten seine Reisen teils mehrere Monate.

Völker ohne Krebs, Rheuma oder Gicht

Sein Interesse galt indigenen Völkern. Denn diese hätten seiner Überzeugung nach die natürlichste Lebensweise. Sie litten nicht unter sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Rheuma oder Gicht. Vogel wolle von den Naturvölkern lernen und verstehen lernen.

So liess sich Vogel eine Weile bei den amerikanischen Ureinwohnern nieder. Im Bundesstaat South Dakota lernte er 1953 im Pine-Ridge-Reservat den Sioux-Häuptling Ben Black Elk kennen. Dieser erzählte ihm alles über die Heilkunst seines Volkes mit Pflanzen.

Wirkt auch gegen Schlangengift

Über den Häuptling kam Vogel auch zur Heilpflanze Roter Sonnenhut – oder anders: Echinacea. Ben Black Elk vermittelte dem Schweizer sein Wissen über die Pflanze und gab ihm als Geschenk Samenkörner mit. Die soll nicht nur gegen Infektionen und Entzündungen helfen, sondern auch gegen Schlangengift.

Die Begegnung mit dem Häuptling legte den Grundstein für Vogels Echinaforce-Geschäft in der Schweiz. Zurück in der Heimat pflanze Vogel die Samen in Teufen und auch im Engadin an. Es entstanden ganze Kulturen. Aus den Pflanzen gewann er Tropfen und produzierte Tabletten. Er machte das mit Erfolg. Bis heute ist Echinaforce das bekannteste Mittel der Schweizer Firma.

Heute ist die Firma A. Vogel ein mittelgrosses Unternehmen. Sie beschäftigt rund 170 Mitarbeitende und 10 Auszubildende. Zusammen mit Partnerfirmen im Ausland arbeiten weltweit rund 500 Personen für die Schweizer Firma. Laut eigenen Angaben erzielt die A. Vogel einen Umsatz von 130 Millionen Franken.

«Wichtiger Hinweis: Die Wirkung von Echinaforce gegen das Coronavirus ist bisher nur im Labor an Zellkulturen (in-vitro) erwiesen. Dies sagt noch nichts darüber aus, ob und in welchem Ausmass das Mittel gegen das Coronavirus beim Menschen nützt. Als «Corona-Medikament» ist es ausdrücklich nicht zugelassen, wie die Heilmittelbehörde Swissmedic betont (siehe mehr unter dem folgenden Link).»

Tabletten, Kapseln, Tinkturen

In 25 Ländern erhältlich

Die A. Vogel ist seit bestehen ein unanbhängiges Unternehmen. Die Aktienmehrheit ist im Besitz der Alfred-Vogel-Stiftung. Die Firma ist in der Schweiz eine der grössten Herstellerinnen von Phytotherapeutika und gesunden Ernährungsprodukten. Gegründet hatte Alfred Vogel die Firma unter dem Namen Bioforce. Seit dem 1. Januar heisst sie A. Vogel. Die Produkte der Schweizer sind in 25 Ländern erhältlich. Produziert werden die Heilmittel der Schweizer in Roggwil, wo auch der Sitz der Firma ist, im niederländischen Elburg sowie im französischen Colmar. In der Schweiz werden 590 Tonnen Frischpflanzentinkturen hergestellt, knapp 2,7 Millionen Produkte etwa als Tabletten und Kapseln und 3,3 Millionen Produkte in flüssiger Form abgefüllt. Die Mittel sind in der Schweiz in Apotheken und Drogerien, die Ernährungsprodukte, Nahrungsergänzungsmittel sowie Medizinprodukte auch in Reformhäusern und Supermärkten erhältlich.

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