Aktualisiert 05.12.2008 13:41

Mumbai

Indien beschuldigt Pakistan und räumt Pannen ein

Indiens neuer Innenminister Palaniappan Chidambaram hat im Zusammenhang mit der Anschlagserie in Mumbai Pannen bei seinen Sicherheitsdiensten eingeräumt. «Ich würde nicht ehrlich sein, wenn ich behaupten würde, es habe keine Fehler gegeben», sagte Chidambaram.

Er wollte jedoch keine Details nennen. Die Anschläge in der Finanzmetropole haben bereits zu personellen Konsequenzen in der Regierung geführt. Nach scharfer Kritik am Krisenmanagement waren am Sonntag der bisherige Innenminister und der Nationale Sicherheitsberater zurückgetreten.

Indien vermutet die Urheber der Anschläge in Pakistan und verlangt die Auslieferung von 20 Verdächtigen. Die indischen Behörden gingen gemeinsam mit den USA davon aus, dass der pakistanische Geheimdienst ISI eine aktive Rolle bei der Ausbildung der Angreifer gespielt habe, berichteten indische Zeitungen.

Die Ermittler hätten «die Namen der Anführer und Trainer und die Orte, wo die Ausbildungen stattgefunden haben», berichtete die Zeitung «The Hindu». Nach Angaben des «Indian Express» wurden Kommunikationswege gewählt, die auch der ISI benutzt.

Indien hatte aus Pakistan eingereiste Islamisten für die Attentate verantwortlich gemacht. Bei ihrem Indien-Besuch am Mittwoch hatte Rice Pakistan aufgefordert, bei der Aufklärung der Angriffsserie mit Indien intensiv zusammenzuarbeiten.

Unklarheit über Zahl der Attentäter

Nach Einschätzung von US-Experten wurden die Anschläge von weitaus mehr Attentätern ausgeführt als bislang angenommen. «Die Behörden sprechen von zehn Tätern - basierend auf der Tatsache, dass sie einen festgenommen und neun getötet haben», sagte Anti- Terror-Berater David Kilcullen. «Man muss davon ausgehen, dass einige entwischen konnten.»

Zu Beginn der dreitägigen Anschlagsserie in der indischen Metropole hatte die Polizei von etwa 25 Attentätern gesprochen. Später war nur noch die Rede von zehn bewaffneten Angreifern. Mehr als 170 Menschen wurden bei dem beispiellosen Sturmlauf der Extremistem getötet.

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