Aktualisiert 31.12.2012 18:21

Nach Tod von Studentin

Indien erwägt Kastration von Vergewaltigern

Die regierende Kongresspartei will nach der brutalen Vergewaltigung einer 23-jährigen Studentin handeln. Ein Katalog mit schärferen Strafen wird zurzeit heiss diskutiert.

Nach dem Tod der vergewaltigten Inderin erwägt die regierende Kongresspartei einen Gesetzesvorstoss zur chemischen Kastration von Vergewaltigern. Das gehöre zu einem Katalog schärferer Strafen, die diskutiert würden, berichteten am Montag verschiedene Medien unter Berufung auf Parteikreise.

Nach einer besonders brutalen Vergewaltigung in Neu Delhi war am Samstag eine 23-jährige Inderin gestorben. Der Bruder der vergewaltigten Frau forderte die Todesstrafe für die Täter. «Der Kampf hat gerade erst begonnen. Wir wollen alle Angeklagten hängen sehen, und wir werden dafür kämpfen bis zum Ende», sagte ihr Bruder der Zeitung «Indian Express».

Der Vater der jungen Frau sagte dem Blatt, seine Ehefrau habe seit zwei Wochen kaum etwas gegessen. «Sie war erschöpft», sagte der Vater.

«Ich glaube, sie war nicht bereit, dem Schock über den Tod unserer Tochter ins Auge zu blicken, auch wenn die Ärzte uns immer sagten, es sei ernst. Sie weinte den ganzen Samstag, doch es wurde schlimmer auf dem Flug zurück», sagte der Vater, der wie die ganze Familie in der Öffentlichkeit nicht mit Namen genannt wurde.

Furchtbare Tat

Die junge Frau war am 16. Dezember in einem Bus in Neu Delhi von mehreren Männern brutal vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und nackt aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden worden. Auch ihr Freund wurde schwer verletzt.

Am Samstag erlag die Studentin Frau in einem Spital in Singapur ihren Verletzungen. Am Sonntag wurde sie in Neu Delhi eingeäschert.

Sechs Männer sind für die Tat wegen Mordes angeklagt. Die Anklageschrift soll am Donnerstag bei Gericht eingereicht werden. Das Gericht legt danach ein Datum für den Prozessbeginn fest.

In Indien gibt es die Todesstrafe, sie wird aber nur selten vollstreckt. Die Tat löste in Indien eine Diskussion über sexuelle Gewalt gegen Frauen aus und führte zu heftigen Protesten.

Pillay fordert grundlegenden Wandel

UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay verurteilte am Montag in Genf das «schreckliche Verbrechen» und forderte einen grundlegenden Wandel: Sie hoffe, dass 2013 das Jahr sein werde, in dem die Gewalt gegen Frauen in Indien eingedämmt werde und in dem Frauen sich ohne Angst bewegen könnten, schrieb Pillay in einer Mitteilung.

Sie hoffe, dass dieses Verbrechen in Indien einen Wendepunkt in der Gewalt gegen Frauen darstelle, schrieb Pillay in einer Mitteilung weiter. Sie unterstrich zudem, dass diese Vergewaltigung nur die Spitze des Eisbergs sei. (sda)

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