Coronavirus: Indien lanciert die grösste Impfkampagne der Welt
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CoronavirusIndien lanciert die grösste Impfkampagne der Welt

1,4 Milliarden Menschen leben in Indien. Am Samstag begann die Regierung die wohl grösste Impfkampagne gegen das Coronavirus weltweit. Dies, obwohl Gesundheitsexperten den indischen Impfstoff für bedenklich halten.

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Indien impft seit Samstag seine Bevölkerung.

Indien impft seit Samstag seine Bevölkerung.

REUTERS
Zunächst sind Risikopersonen und Gesundheits-Mitarbeitende an der Reihe.

Zunächst sind Risikopersonen und Gesundheits-Mitarbeitende an der Reihe.

Corbis via Getty Images

Darum gehts

  • In Indien werden seit Samstag Mitarbeitende des Gesundheitswesens und Risikopersonen geimpft.

  • Es werden zwei Impfstoffe verwendet: von Astrazeneca und vom indischen Unternehmen Bharat Biotech.

  • Experten kritisieren, dass der indische Impfstoff zugelassen wurde, bevor es konkretes Datenmaterial zu seiner Wirksamkeit gebe.

Indien hat mit der weltweit wohl grössten Impfkampagne gegen das Coronavirus begonnen. In dem Land wurde am Samstag damit angefangen, Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu impfen. Die örtlichen Behörden wollen insgesamt 300 Millionen Menschen impfen, was etwa der Bevölkerung der USA entspricht. Unter ihnen sind 30 Millionen Angestellte des Gesundheitswesens. Die 270 Millionen weiteren Impfkandidaten unter den knapp 1,4 Milliarden Einwohnern sind entweder über 50 oder sind wegen Vorerkrankungen anfällig für eine schwere Covid-19-Erkrankung.

Der indische Premierminister Narendra Modi leitete die Impfkampagne mit einer im Fernsehen übertragenen Rede ein. «Wir starten das weltweit grösste Impfvorhaben und es zeigt der Welt unsere Fähigkeit», sagte Modi. Inder sollten keine «Gerüchte über die Sicherheit der Impfstoffe» glauben, mahnte Modi.

Indien verwendet zwei Impfstoffe

Indien hat zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus für eine Notfallverwendung zugelassen. Einer wurde von dem Unternehmen Astrazeneca und der Oxford University entwickelt, der andere von dem indischen Unternehmen Bharat Biotech. Gesundheitsexperten halten es für bedenklich, dass der Impfstoff von Bharat Biotech erlaubt wurde, bevor es konkretes Datenmaterial zur Wirksamkeit gab. Dies könne zu Zögern unter der Bevölkerung hinsichtlich einer Impfung führen. «In der Eile, um populistisch zu sein,» würden von Regierungsseite möglicherweise nicht «im besten Interesse des einfachen Mannes» Entscheidungen gefällt, sagte S.P. Kalantri, Leitung eines Krankenhauses im vom Coronavirus am schwersten betroffenen indischen Staat Maharashtra.

Das indische Gesundheitsministerium hat mitgeteilt, die Impfstoffe seien sicher. Mitarbeiter des Gesundheitswesens dürften sich nicht aussuchen, welchen der Impfstoffe sie bekommen, hiess es.

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(DPA)

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