Aktualisiert 16.02.2004 14:48

Indien und Pakistan ringen weiter um Himalaya-Region

Seit Indien und Pakistan 1947 als unabhängige Staaten gegründet wurden, streiten sie sich um eine Grenzregion: Kaschmir.

Indien verwaltet den grösseren Teil und Pakistan den kleineren Teil. Hier ein Überblick über den jahrzehntelangen Konflikt zwischen den beiden Atommächten, der schon zweimal zu Kriegen führte.

1947: Der indische Subkontinent wird in das überwiegend hinduistische Indien und das moslemische Pakistan aufgeteilt. Bei Kämpfen zwischen beiden Glaubensgruppen werden hunderttausende Menschen getötet.

1947-1949: Indien und Pakistan führen den ersten Krieg um Kaschmir. Am 1. Januar 1949 einigen sie sich unter Vermittlung der UNO auf einen Waffenstillstand. Kaschmir wird zu 63 Prozent Indien und zu 37 Prozent Pakistan zugeschlagen. Im indisch-chinesischen Grenzkonflikt 1962 besetzt die Volksrepublik einen Teil von Kaschmir im Bereich von Ladakh.

5. August bis 22. September 1965: Die Regierungen in Islamabad und Neu Delhi führen den zweiten Kaschmir-Krieg. Die Sowjetunion vermittelt einen Waffenstillstand.

1972: Neu Delhi und Islamabad einigen sich auf die Beilegung des Konfliktes.

1989: Moslemische Rebellen beginnen ihren bewaffneten Aufstand. Bei Anschlägen und Kämpfen zwischen der Guerilla und indischen Sicherheitskräften wurden seitdem nach Angaben der indischen Behörden rund 40 000 Menschen getötet.

1998: Indien nimmt Anfang Mai fünf Atomtests vor, Pakistan lässt Ende des Monats sechs Atomtests folgen.

1999: Im Februar vereinbaren beide Länder intensivere Bemühungen um eine Beilegung des Kaschmir-Konflikts. Im Frühjahr stellt Neu Delhi fest, dass sich zahlreiche bewaffnete Kämpfer aus Pakistan über die Grenze eingeschleust haben.

2001: Im Juli scheitert ein bilaterales Kaschmir-Gipfeltreffen. Am 1. Oktober werden bei einem Selbstmordanschlag im indischen Teil Kaschmirs 38 Menschen getötet. Indien beschuldigt Pakistan, nicht ernsthaft gegen islamische Extremisten vorzugehen.

Ein Anschlag im Dezember auf das Parlament in Neu Delhi mit 15 Toten lässt die Lage vollends eskalieren. Beide Länder ziehen Teile ihres diplomatischen Personals ab und rüsten auf. An der Demarkationslinie in Kaschmir kommt es zu heftigen Artilleriegefechten.

2002: Nach einem neuen Anschlag im Süden Kaschmirs mit 35 Toten rüsten beide Länder nochmals auf und ziehen ihre Truppen an der Grenze zusammen. Etwa eine Million Soldaten stehen sich gegenüber. Auf internationalen Druck hin entspannt sich die Lage.

2003: Am 25. November vereinbaren beide Länder einen Waffenstillstand, der am nächsten Tag in Kraft tritt.

2004: Am 22. Januar trifft sich der indische Vize-Regierungschef Lal Krishna Advani zum ersten Mal mit Vertretern einer Rebellengruppe, am 23. Januar folgt ein Treffen von Premierminister Atal Behari Vajpayee mit der Delegation der gemässigten Allparteienkonferenz Hurriyat.

2004: Am 16. Februar nehmen die Regierungen Indiens und Pakistans nach rund zweieinhalbjähriger Unterbrechung ihre Friedensgespräche wieder auf.

(sda)

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