Olympia: Indien verkürzt olympischen Fackellauf
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OlympiaIndien verkürzt olympischen Fackellauf

Aus Angst vor Protesten von Exil-Tibetern haben die indischen Behörden die Route für den olympischen Fackellauf verkürzt. In der Hauptstadt Neu Delhi wird die Flamme nur über knapp 3 km getragen statt wie geplant über 9 km.

Die Metropole Mumbai wir gar komplett aus dem Programm genommen. Unter den 100 000 Exil-Tibetern in Indien lebt seit seiner Flucht 1959 auch das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama.

In Peking hielt derweil Hein Verbruggen, der Koordinator des IOC für die Olympischen Spiele in China, ein Plädoyer, dass sich das Internationale Olympische Komitee nicht in die Politik einmischen dürfe. Die Aufrufe an Staats- und Regierungschefs, aus Protest gegen China der Eröffnungsfeier fernzubleiben, wies Verbruggen mit dem Hinweis zurück, diese kämen schliesslich auf Einladung der Organisatoren und nicht des Gastlandes nach Peking.

Verbruggen wiederholte die Aussagen von IOC-Präsident Jacques Rogge, der bereits betont hatte, dass das IOC keine politische Organisation sei. «Ansonsten würden wir unsere Spiele Boykotten aussetzen. Man wird immer jemanden unglücklich machen», so Verbruggen. Er erinnerte an die Boykotte 1980 in Moskau nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan und vier Jahre später die Retourkutsche in Los Angeles.

Das IOC arbeite zwar mit Politikern zusammen, um Olympische Spiele zu organisieren, zu finanzieren oder deren Sicherheit zu gewährleisten. Doch sei dies etwas völlig anderes, als sich in Politik einzumischen, so Verbruggen weiter.

(si)

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