Aktualisiert 10.04.2014 13:25

Nach Statuen-RaubIndio-Statue: Gutachten soll Klärung bringen

Bolivien fordert von Bern die Rückgabe einer Statue, die heilig sein soll – das Museum zweifelt dies an. Die Parteien einigten sich nun darauf, eine Expertise einzuholen.

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sda/lex
Statue des Illa del Ekeko: Expertengutachten soll Besitzansprüche klären.

Statue des Illa del Ekeko: Expertengutachten soll Besitzansprüche klären.

Das Bernische Historische Museum sei grundsätzlich bereit, Objekte aus seiner Sammlung bei begründeten Ansprüchen zurückzugeben, teilte das Museum am Donnerstag mit. Es beruft sich dabei auf den Ethikkodex des Internationalen Museumsrates. Die entsprechenden Verhandlungen seien aber in der Regel komplex und zeitaufwendig.

Bolivien hatte im Februar 2013 erstmals Ansprüche auf die Statue angemeldet. Die rund 16 Zentimenter hohe Figur aus grünem Stein ist seit 1929 im Besitz des Museums – erworben hat sie das Museum von den Erben des Schweizer Naturforschers und Diplomaten Johann Jakob von Tschudi, der die Figur 1858 im Andenhochland gekauft hatte, indem er die Indianer mit einer Flasche Cognac gefügig machte.

Unklare Bedeutung

Aus Sicht Boliviens stellt die Figur die Gottheit Ekeko dar. Das Museum verweist aber darauf, dass in der wissenschaftlichen Literatur lediglich ein bolivianischer Autor diese Figur als eine Darstellung des Ekeko interpretiere.

Alle anderen Autoren seien der Meinung, die Figur im Pukara-Stil aus der Zeit zwischen 200 v.Chr. und 200 n.Chr. stelle entweder eine Wasser- oder Fruchtbarkeitsgottheit oder einfach eine weibliche Figur dar.

«Befriedigende Lösung» zu erwarten

Ein Gutachten solle nun Aufschluss über diese Frage bringen. Es soll Grundlage für die weiteren Verhandlungen zwischen dem Museum und Bolivien sein. Darauf einigten sich das Historische Museum und Vertreter der bolivianischen Regierung bei einem Treffen im Januar.

Das Museum geht davon aus, «dass am Ende der Verhandlungen mit Bolivien eine für beide Parteien befriedigende Lösung stehen wird», wie es in der Mitteilung der Nachrichtenagentur SDA weiter heisst.

Am Freitag lädt der Filmproduzent Peter Spörri zu einer Medienkonferenz, an der auch der bolivianische Aussenminister David Choquehuanca teilnehmen wird. Spörri produziert einen Dokumentarfilm zum umstrittenen Thema.

Keine Verhandlungen seitens Aussenminister

Der Aussenminister wird dem Bernischen Historischen Museum am Freitag einen Höflichkeitsbesuch abstatten. Dabei gehe es nicht um weitere Verhandlungen zur Steinfigur, betonte Museumsdirektor Jakob Messerli auf Anfrage. Verhandlungspartner des Museums sei die bolivianische Botschafterin in Berlin.

Choquehuanca weilt in der Schweiz, um am Abend in Genf das neue bolivianische Generalkonsulat einzuweihen. Zudem trifft der Aussenminister Vertreter des EDA und des Bundesamtes für Kultur.

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