Hypothek: Indirekte Amortisation birgt Vorteile
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HypothekIndirekte Amortisation birgt Vorteile

Wer seine Hypothekarschuld reduzieren will, zahlt seiner Bank normalerweise einen Teil des Darlehens zurück.

von
thw
Doch es gibt auch einen indirekten Weg, der grosse Steuervorteile mit sich bringt.

Doch es gibt auch einen indirekten Weg, der grosse Steuervorteile mit sich bringt.

Wohneigentum lässt sich normalerweise mit 60 bis 66% des Marktwerts dauerhaft belehnen. Darüber hinaus gewähren die meisten Finanzinstitute bei Bedarf eine 2. Hypothek, die nochmals 15 bis 20% des Immobilienwerts ausmachen kann. Diese 2. Hypothek gilt es – je nach Vereinbarung – über die nächsten 15 bis 20 Jahre zurückzuzahlen. Der Nachteil: Mit der Rückzahlung steigt die Steuerbelastung. Denn die Hypothekarschuld und der Schuldzins können vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden.

Auf indirektem Weg zum Ziel

Doch dieser Nachteil lässt sich beseitigen: Statt der direkten Rückzahlung der Hypothekarschuld ist nämlich auch die indirekte Amortisation über eine gebundene Vorsorge möglich. Der Vorteil: Auf indirektem Rückzahlungsweg bleibt die hohe Schuld- bzw. Zinsbelastung formal bestehen. Und damit bleiben auch die Steuerabzüge hoch. Die indirekte Amortisation der Hypothek über die 3. Säule ist ab einem Grenzsteuersatz von etwa 25% sinnvoll.

Verpfändung des Vorsorgekontos 3a

Was sich kompliziert anhört, ist in der Praxis ganz einfach: Statt der Bank die 2. Hypothek in jährlichen Tranchen zurückzuzahlen, wird das Geld auf das Vorsorgekonto 3a überwiesen, das dem Finanzdienstleister als Sicherheit für die 2. Hypothek verpfändet wird. Einzahlungen in die Säule 3a dürfen vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Sie bieten also dieselben Steuervorteile wie Schuldzinsen und werden erst noch mit guten Zinsen belohnt, die ebenfalls steuerfrei bleiben. Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf jährlich bis zu CHF 6'682 in die Säule 3a einzahlen (2012). Für Steuerpflichtige ohne Pensionskasse, meistens also Selbstständigerwerbende, liegt der zulässige Freibetrag bei 20% des Nettoerwerbseinkommens, maximal bei CHF 33'408 (2012).

Ein Beispiel: Vergleich "direkte" und "indirekte" Amortisation

Familie Bernasconi hat für ihr neues Eigenheim eine Hypothek in der Höhe von insgesamt CHF 500'000 vereinbart, CHF 400'000 als 1. Hypothek und CHF 100'000 als 2. Hypothek. Die direkte Amortisation der 2. Hypothek beträgt CHF 5'000 jährlich.

Indirekte Amortisation zahlt sich aus

Auf indirektem Weg zahlt Familie Bernasconi den Betrag von CHF 5'000 jährlich statt direkt an die Bank auf ihr Vorsorgekonto 3a ein. Nach Ablauf der vereinbarten 20-jährigen Frist nutzt Familie Bernasconi ihr 3a-Guthaben zur vollständigen Rückzahlung der 2. Hypothek. Inklusive der aufgelaufenen Zinsen bleiben ihr nach Abzug der Steuern auf die Kapitalleistung immer noch CHF 22'000 (berechnet mit einem Zinssatz von 2%). Diesen Betrag kann sie je nach Wunsch zur freiwilligen Amortisation ihrer 1. Hypothek oder als Zustupf an ihre Altersvorsorge nutzen. Und während der ganzen 20 Jahre hat Familie Bernasconi erst noch vom vollen Schuldzinsabzug bei den Steuern profitiert.

Vorbezug für Wohneigentum jederzeit möglich

Wichtig zu wissen: Bis zur Rückzahlung muss man keineswegs das Mindestalter 59 (Frauen) 60 (Männer) erreicht haben, das sonst für Kapitalleistungen aus der Säule 3a gilt: Zur Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum darf man sein 3a-Vorsorgekapital auch früher beziehen. Natürlich funktioniert die indirekte Amortisation auch über die private Vorsorge der Säule 3b. Dann fallen allerdings die steuerlichen Vorteile des abzugsberechtigten Freibetrags bei Einzahlungen in die Vorsorge 3a weg.

Weitere Informationen auf der Webseite von PostFinance. (thw/20 Minuten)

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