31.07.2020 11:05

Le Rosey

Indische Milliardärsfamilie verklagt Schweizer Elite-Internat

Die indische Unternehmerfamilie Oswal hat rechtliche Schritte gegen das Elite-Internat Le Rosey eingeleitet. Der Fall soll in den nächsten Wochen vor Gericht kommen.

von
Monira Djurdjevic
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Ein indisches Unternehmerpaar verklagt das Elite-Internat Le Rosey in Gstaad BE.

Ein indisches Unternehmerpaar verklagt das Elite-Internat Le Rosey in Gstaad BE.

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Der Grund: Pankaj und Radhika Oswal werfen der Schule vor, ihre jüngste Tochter nicht vor Mobbing geschützt zu haben.

Der Grund: Pankaj und Radhika Oswal werfen der Schule vor, ihre jüngste Tochter nicht vor Mobbing geschützt zu haben.

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Ein Vorfall vom 6. März 2019 sei besonders schlimm gewesen, schreibt die «Berner Zeitung». An diesem Tag rief die damals 14-Jährige unter Tränen ihre Mutter an. «Es brach mir das Herz, dass ich ihr nicht helfen konnte. Ich wusste nicht, an wen ich mich wenden sollte», so Oswal.

Ein Vorfall vom 6. März 2019 sei besonders schlimm gewesen, schreibt die «Berner Zeitung». An diesem Tag rief die damals 14-Jährige unter Tränen ihre Mutter an. «Es brach mir das Herz, dass ich ihr nicht helfen konnte. Ich wusste nicht, an wen ich mich wenden sollte», so Oswal.

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Darum gehts

  • Eine indische Milliardärsfamilie und die Privatschule Le Rosey in Gstaad BE liegen im Clinch.
  • Die Eltern werfen dem Elite-Internat vor, ihre Tochter nicht vor Mobbing geschützt zu haben.
  • Der Fall soll in den nächsten Wochen vor ein Waadtländer Gericht kommen.

Ein in Lausanne wohnhaftes indisches Unternehmerpaar, das mit der Herstellung von flüssigem Ammoniak reich wurde und dessen Vermögen auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, verklagt das Elite-Internat Le Rosey in Gstaad BE. Der Grund: Pankaj und Radhika Oswal werfen der Schule vor, ihre jüngste Tochter nicht vor Mobbing geschützt zu haben.

Dabei sollen sich ihre Mitschüler über die damals 14-Jährige lustig gemacht haben. «Wir haben auch von anderen indischen Schülern gehört, die wegen ihrer Herkunft verspottet wurden, schockierenderweise sogar von einem Mitglied des Lehrkörpers», so Radhika Oswal gegenüber «India Narrative».

Ein Vorfall vom 6. März 2019 sei besonders schlimm gewesen, schreibt die «Berner Zeitung». An diesem Tag rief die damals 14-Jährige unter Tränen ihre Mutter an. «Es brach mir das Herz, dass ich ihr nicht helfen konnte. Ich wusste nicht, an wen ich mich wenden sollte», so Oswal. Deshalb stieg sie zusammen mit der älteren Tochter in den Bentley und fuhr von Lausanne nach Gstaad hoch. Der Mutter soll es nach eigenen Angaben erst Stunden später gelungen sein, ihr Kind zu beruhigen. Was genau die Tochter aus der Fassung brachte, bleibt unklar.

«Sie wurde rausgeworfen, vertrieben»

Daraufhin verlangte das Unternehmerpaar von der Schule eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse. Doch das Treffen zwischen den Eltern und der Schulleitung endete im Streit. Kurz darauf erhielten die Eltern einen Brief. Ein Schock für die Familie, wie die Mutter sagt. Der Grund: Die Neueinschreibung der Tochter fürs kommende Schuljahr wurde abgelehnt. «Ich sage es, wie es ist», so Oswal. «Sie wurde rausgeworfen, vertrieben.»

Die Schulleitung äusserte sich gegenüber «Spear’s Magazine». Wie es in einem Statement heisst, habe man den Vorfall vom 6. März abgeklärt. Dabei sei herausgekommen, dass es sich um «einen banalen Streit zwischen Teenagern» handelte. Die Familie habe laut der Schulleitung eine weitere Zusammenarbeit abgelehnt, die Kommunikation gestoppt und Anwälte sowie PR-Berater engagiert. «Das Verhalten der Eltern führte leider zum unvermeidlichen Abgang der Tochter», so die Schulleitung.

Nun soll der Fall laut «Berner Zeitung» in den nächsten Wochen vor ein Waadtländer Gericht kommen. Oswal will dabei bis an die letzte Instanz gelangen. Das Ziel der Familie: einen Präzedenzfall für Cyber-Mobbing in der Schweiz zu schaffen. Sie möchte damit Eltern, die nicht über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, helfen, so Oswal.

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