24.05.2016 09:02

Prototyp

Indischer Spaceshuttle übersteht Jungfernflug

Die indische Weltraumbehörde hat erstmals die Mini-Version eines wiederverwendbaren Raumfrachters getestet – nach eigenen Angaben mit Erfolg.

von
nag
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Der Mini-Spaceshuttle auf dem Weg zu seinem Testflug. (23. Mai 2016)

Der Mini-Spaceshuttle auf dem Weg zu seinem Testflug. (23. Mai 2016)

AFP
Der Shuttle und die Trägerrakete vor dem Start.

Der Shuttle und die Trägerrakete vor dem Start.

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Eine HS9-Rakete soll das knapp sieben Meter grosse und 1,75 Tonnen schwere Reusable Launch Vehicle – Technology Demonstration (RLV-TD) ins All befördern.

Eine HS9-Rakete soll das knapp sieben Meter grosse und 1,75 Tonnen schwere Reusable Launch Vehicle – Technology Demonstration (RLV-TD) ins All befördern.

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Der Prototyp des Transporters RLV-TD von der Grösse eines Kleinbusses sei am Montagmorgen um 07.00 Uhr (03.30 Uhr MESZ) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Sriharikota im Südosten des Landes gestartet und nach Erreichen einer Höhe von 70 Kilometern im Golf von Bengalen gelandet, teilte die indische Raumfahrtbehörde Isro mit.

Nach Angaben des an der Entwicklung beteiligten Wissenschaftlers K. Sivan überstand das sieben Meter lange Shuttle die Landung unbeschadet: «Wir haben den Transporter im Wasser geortet. Seine Landung war sanft, er brach dabei nicht auseinander», sagte Sivan der Nachrichtenagentur AFP. «Die übermittelten Daten zeigen, dass wir unsere Ziele erreicht haben und die Technologie des RLV (Reusable Launch Vehicle) erfolgversprechend ist».

Tiefere Kosten

Entsprechend ihrem Image als sparsame Raumfahrtbehörde entwickelte Isro auch den Raumtransporter mit Hilfe eines Mini-Budgets: Medienberichten zufolge belief es sich gerade mal auf einer Milliarde Rupien (13 Millionen Euro) und damit auf einen Bruchteil der Entwicklungskosten in anderen Ländern.

Die Forscher hoffen, in den kommenden zehn Jahren eine sechs Mal so grosse und funktionsfähige Version des Raumfrachters zu entwickeln, der dann auch unbeschadet an Land aufsetzen wird. Indien steht damit in Konkurrenz privater US-Projekte wie SpaceX und Blue Origin, die ebenfalls an wiederverwendbaren Raumtransportern arbeiten. Die Isro setzt dabei vor allem auf die Nachfrage aus anderen Ländern an kostengünstigen Satelliten-Transporten. (nag/afp)

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