Aktualisiert 18.06.2019 03:03

Entfesselung

Indischer Zauberer stirbt bei Trick in Fluss

Vor den Augen zahlreicher Zuschauer und Angehöriger liess sich ein indischer Zauberer in den Fluten des Ganges versenken. Dann verschwand er.

von
kle/chk
1 / 14
Zauberer Chanchal Lahiri, bekannt unter seinem Künstlernamen Jadugar Mandrake, hatte sich am 16. Juni 2019 in Kolkata fest verschnürt in den Ganges hinabfallen lassen.

Zauberer Chanchal Lahiri, bekannt unter seinem Künstlernamen Jadugar Mandrake, hatte sich am 16. Juni 2019 in Kolkata fest verschnürt in den Ganges hinabfallen lassen.

AFP/str
Seine Angehörigen mussten vom Ufer aus miterleben, dass der Artist nicht mehr auftauchte.  «Wir befürchten, dass er im Fluss ertrunken ist», sagte Syed Waquar Raza von der Wasserschutzpolizei am Ganges.

Seine Angehörigen mussten vom Ufer aus miterleben, dass der Artist nicht mehr auftauchte. «Wir befürchten, dass er im Fluss ertrunken ist», sagte Syed Waquar Raza von der Wasserschutzpolizei am Ganges.

AFP/str
Einen ähnlich spektakulären Stunt versuchte im 2006 der US-Künstler David Blaine.

Einen ähnlich spektakulären Stunt versuchte im 2006 der US-Künstler David Blaine.

Keystone/Stuart Ramson

Ein indischer Magier hat sein spektakuläres Entfesselung-Experiment in einem Fluss mit dem Leben bezahlt. Nach mehrstündiger Suche konnten ihn Rettungskräfte am Montag nur noch tot aus dem trüben Wasser des Hooghly-Flusses in Kolkata (früher Kalkutta) ziehen, wie die Zeitung «Times of India» berichtete.

Gefesselt mit Stahlkette und Seil hatte sich der selbst ernannte Zauberer im Wasser versenken lassen, um sich aus eigener Kraft zu befreien. Doch der Trick im Stile des legendären Entfesselungskünstlers Harry Houdini schlug fehl – und eine stundenlange Suchaktion samt Tauchern blieb erfolglos.

In Strömung verschwunden und nicht mehr aufgetaucht

Zahlreiche Zuschauer hatten sich am Sonntag am Ufer des Flusses versammelt, als der Magier mit gefesselten Armen und Beinen in der Strömung verschwand und nicht mehr auftauchte. Dem Bericht nach scheint der 41-Jährige mit dem Künstlernamen Mandrake seinen Tod selbst verschuldet zu haben: Ersten Ermittlungen zufolge hatte er keine angemessenen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und die Behörden weder über den Ablauf seines Kunststücks noch einen möglichen Plan B informiert.

Chanchal Lahiri, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, hatte sich Medienberichten zufolge schon 2013 bei einem ähnlichen Trick in einem Käfig im Fluss versenken lassen. Damals sei er von verärgerten Zuschauern angegriffen worden. Sie hätten ihm vorgeworfen, der Käfig sei mit einer falschen Tür ausgestattet gewesen.

Vor dem Unglück hatte Lahiri der Nachrichtenagentur AFP gesagt, dass er vor 21 Jahren einen ähnlichen Stunt am selben Ort erfolgreich gemeistert habe. «Ich befand mich mit Ketten und Schlössern gefesselt in einer schusssicheren Glasbox und wurde von der Howrah-Brücke heruntergelassen. Innerhalb von 29 Sekunden befreite ich mich», erzählte er.

«Wenn ich es nicht schaffe, ist es tragisch»

Der Artist räumte vorab jedoch ein, dass eine Befreiung dieses Mal schwierig werden könnte: «Sollte ich es schaffen, mich zu befreien, wird es magisch sein. Wenn ich es nicht schaffe, ist es tragisch.»

Bei einer ähnlichen Aktion 2013 war Lahiri von Zuschauern angegriffen worden. Sie hatten beobachtet, wie er sich durch eine Tür aus einem verschlossenen Käfig befreit hatte.

Mandrake bei einem Stunt im Jahr 2018. (Quelle: Youtube/Chanchal Lahiry) (kle/chk/sda/afp)

Fehler gefunden?Jetzt melden.