Indonesierinnen demonstrieren fürs Küssen
Aktualisiert

Indonesierinnen demonstrieren fürs Küssen

Rund 150 Frauen haben am Mittwoch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gegen ein geplantes Sittengesetz demonstriert.

Die Pläne, Küssen in der Öffentlichkeit sowie das Zeigen nackter Schultern und Beine mit Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren zu ahnden, seien diskriminierend, erklärten die Organisatorinnen der Kundgebung. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde bereits 1999 von mehreren muslimischen Parteien eingebracht und lag lange Zeit auf Eis, wird derzeit aber von einem Parlamentsausschuss beraten.

Die Vorlage verbietet Pornografie, aber auch das Küssen in der Öffentlichkeit, das Entblössen «sinnlicher» weiblicher Körperteile und das Ausstellen erotischer Kunstwerke. Wer gegen das Verbot verstösst, muss dem Entwurf zufolge mit bis zu zehn Jahren Gefängnis und Geldstrafen bis umgerechnet 80.000 Euro rechnen.

Der Vorsitzende des zuständigen Parlamentsausschusses, Balkan Kaplale, erklärte, Indonesien stecke in einer moralischen Krise. Der Tsunami im Dezember 2004, der auf der indonesischen Insel Sumatra mehr als 130.000 Menschen das Leben kostete, sei eine göttliche Warnung gewesen. «Wenn wir dieses Gesetz verabschieden, können wir in Zukunft vielleicht solche Tragödien vermeiden», sagte Kaplale, der der Demokratischen Partei von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono angehört. (dapd)

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