Metrologen-Boom: Industrie: Produzieren nach Wetterlage
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Metrologen-BoomIndustrie: Produzieren nach Wetterlage

Wetterdienste werden für die Industrie immer wichtiger: Denn sie steuert ihre Produktion zunehmend über die aktuelle Wetterlage.

von
Elisabeth Rizzi

Wetterfrösche werden in der Regel nicht berühmt wegen persönlicher Skandale, sondern wegen ihrer Präsenz in Radio und Fernsehen. Doch bedingt durch den grossen Spardruck nimmt die Bedeutung der Medien für die Wetterdienste stetig ab. «Die Medien stecken in einer Stagnation», bestätigt Peter Wick von MeteoNews. Dafür tut sich für seine Prognosefirma und die Konkurrenz ein neuer Absatzkanal auf. «Die Industrie ist auf den Wettergeschmack gekommen», frohlockt Wick.

Bereits 40 Prozent der Meteo­News-Kunden stammen aus diesem Bereich. Und der staatliche Wetterdienst MeteoSchweiz macht nach eigenen Angaben mit industriellen und privaten Kunden bereits 30 Mio. Franken Umsatz pro Jahr. Stefan Kunz von Meteotest glaubt, dass die Industriekunden langfristig ein grösseres Wachstumspotenzial für die Branche haben als die Medien. Vor allem die Energieindustrie ist ein wichtiger Abnehmer. Jacqueline Verjee von den EWZ nennt ein Beispiel: «Je geringer die Sonneneinstrahlung, desto mehr Beleuchtungsmittel werden eingesetzt. Das wirkt sich direkt auf den Stromverbrauch aus.» Die Elektrizitätswerke steuern ihre Produktion immer mehr nach der Wetterlage.

Aber auch Versicherungen sind gute Kunden von Spezialprognosen. Laut SwissRe sind Letztere nebst der Abschätzung von Schadenvolumen auch für den Wetterderivatemarkt zentral. Sogar für die Nahrungsmittelindustrie gewinnt das Klima an Bedeutung, beispielsweise für die Produktionsplanung von Glace.

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