Infarkt: SP-Nationalrätin gestorben
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Infarkt: SP-Nationalrätin gestorben

Die Freiburger SP-Nationalrätin Liliane Chappuis (SP/FR) ist an den Folgen eines Infarkts gestorben. Morgen hätte sie ihren 52. Geburtstag feiern können.

«Ihr Tod hat uns völlig überrascht, nichts deutete darauf hin», sagte Solange Berset, Präsidentin der SP Freiburg, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Chappuis sass seit 1999 mit Unterbrüchen in der grossen Kammer.

Sie wurde erstmals für die Legislatur 1999 bis 2003 in den Nationalrat gewählt. Nachdem sie die Wiederwahl 2003 nicht geschafft hatte, rutschte sie Anfang Jahr für Erwin Jutzet nach, der in den Staatsrat gewählt worden war. Chappuis wollte laut Berset im kommenden Herbst zur Wiederwahl antreten.

Erster Anwärter für die Nachfolge Chappuis' im Nationalrat ist der 46-jährige Grossrat Jean-François Steiert. Er war bei den letzten Neuwahlen auf dem zweiten Ersatzplatz hinter Chappuis gelandet und im Mai von seiner Partei für die Nationalratswahlen nominiert worden.

Berset wollte sich am Dienstag noch nicht zur Nachfolge Chappuis' äussern. Aus Respekt gegenüber der Verstorbenen wolle sie einige Tage zuwarten, sagte sie.

Seit 1986 in der Politik

Die politische Karriere von Liliane Chappuis begann in Corpataux- Magnedens FR, wo sie 1986 in die Gemeinde-Exekutive gewählt wurde. 1996 stieg sie zur Stadtpräsidentin auf.

Von 1990 bis 1999 vertrat sie die Sozialdemokraten im Freiburger Grossen Rat. Von 1997 bis 2002 war sie Präsidentin ihrer Kantonalpartei.

Sozial engagiert

Ausserhalb der Politik engagierte sich Chappuis in sozialen Belangen: Anfang Juni war sie in den Zentralvorstand von Procap gewählt worden, der grössten Schweizer Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Behinderung.

Zudem präsidierte sie seit sechs Jahren die gemeinnützige Freiburger Organisation «La Traversée». Diese betreut rund vierzig Personen mit sozialen und psychischen Problemen.

Beruflich war Chappuis in Bern als Vizedirektorin des Internet- Bildungsservers educa.ch tätig. Sie amtete zudem als Direktionsmitglied der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB). In dieser Funktion war sie für die Finanzen, die Personalpolitik sowie für technische Belange der SFIB zuständig. (sda)

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