Aktualisiert 19.04.2019 07:00

Brand in ParisInferno in Notre-Dame – das müssen Sie wissen

Das Pariser Wahrzeichen Notre-Dame wurde von einem verheerenden Brand heimgesucht. Die wichtigsten Fakten zur Tragödie.

von
mat
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Frankreichs Kulturminister sagte während einer Spendengala im TV, die Notre-Dame sei weitgehend stabilisiert worden: Franck Riester sprach wenige Tage nach dem Brand zu den Medien. (19. April 2019)

Frankreichs Kulturminister sagte während einer Spendengala im TV, die Notre-Dame sei weitgehend stabilisiert worden: Franck Riester sprach wenige Tage nach dem Brand zu den Medien. (19. April 2019)

AFP/Philippe Wojazer
So sieht die Notre-Dame am Mittwochmorgen aus. (17. April 2019)

So sieht die Notre-Dame am Mittwochmorgen aus. (17. April 2019)

Getty Images/dan Kitwood
Bisher sind schon fast eine Million Franken an Spenden eingegangen.

Bisher sind schon fast eine Million Franken an Spenden eingegangen.

AP/Francois Mori

Was ist passiert?

In der Notre-Dame in Paris hat ein Grossbrand gewütet. Dieser war am Montagabend auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden.

Der kleine Spitzturm der Kathedrale stürzte ein, auch der Dachstuhl wurde zerstört.

Wie ist der aktuelle Stand?

Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand nach mehrstündigen Löscharbeiten bis zum frühen Dienstagmorgen unter Kontrolle gebracht. Das Schlimmste sei bei dem Brand verhindert worden, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron: «Die Fassade und die beiden Haupttürme sind nicht eingestürzt.» Noch ist aber unklar, ob die Bausubstanz stabil genug ist. Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in Kürze darüber beraten, ob die Kathedrale «stabil» sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Innern fortsetzen könne.

Brand in der Notre-Dame: Struktur gerettet

Das Feuer in der weltberühmten Kathedrale in Paris ist unter Kontrolle. Am Morgen danach ist klar: Die Struktur konnte gerettet werden. (Video: Twitter, AFP)

(Video: Twitter, AFP)

Wie gross war das Löschaufgebot?

Es standen rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Fliegende Wassertanks, wie sie unter anderem US-Präsident Donald Trump auf Twitter vorgeschlagen hatte, konnten nicht zum Einsatz kommen. Die Wucht der Wassermassen hätte zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen können, wie der französische Zivilschutz schrieb. Rund hundert Feuerwehrwehrleute seien noch im Einsatz.

Gab es Verletzte?

Ein Feuerwehrmann sei ernsthaft verletzt worden, teilte ein Feuerwehr-Vertreter mit. Später korrigierte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet: «Wir hatten grosses Glück», der Feuerwehrmann sei bloss leicht verletzt worden. Zivilisten waren wegen der herabfallenden Glut und Asche aufgefordert worden, das Gebiet um den Brandherd weiträumig zu meiden.

Wie hoch ist der Schaden?

Eine genaue Summe wurde nicht beziffert. Beobachter gehen von einem «immensen Schaden» aus. Der Schaden ist aber auch immaterieller Natur, schliesslich hat die Kathedrale eine mehr als 850-jährige Geschichte.

Kennt man die Brandursache?

Ermittler behandeln den Brand in der Notre-Dame als Unfall. Brandstiftung werde zum aktuellen Zeitpunkt ausgeschlossen, teilte das Büro der Staatsanwaltschaft am Montagabend mit. Darunter fielen auch mögliche terroristische Hintergründe. Die Polizei werde in Richtung «ungewollte Zerstörung durch Feuer» ermitteln, hiess es. Es ist möglich, dass der Brand im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten steht, die im Gange waren. Witterung und Luftverschmutzung hatten dem Baudenkmal zuletzt schwer zugesetzt, weshalb es teilweise in ein Baugerüst gehüllt war.

Wird die Notre-Dame wieder aufgebaut?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat versichert, dass die verwüstete Pariser Kathedrale wieder aufgebaut wird. «Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen», sagte Macron am späten Montagabend am Ort des Geschehens. Die französische Milliardärsfamilie Pinault verspricht 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung für den Wiederaufbau gestartet. Die Region Ile-de-France spendet 10 Millionen Euro als Soforthilfe.

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